Uniformierte Polizeibeamte hinter einem Dienstwagen.
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In ihrem Kampf gegen den Drogenhandel sieht sich die Polizei mit einem zunehmend gewaltbereiten Gegner konfrontiert.

Eskalation der Gewalt

Drogensumpf in Andalusien: Brutalität der kriminellen Banden nimmt zu

  • vonJosé Antonio Nieto
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In jüngster Zeit sind im Süden Andalusiens vermehrt Polizeibeamte von Drogenhändlern attackiert und verletzt worden. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska führt die steigende Gewaltbereitschaft der Banden auf den erhöhten Druck der Polizei zurück.

Cádiz- Die Drogenkriminalität im Umfeld der Meerenge von Gibraltar im Süden der andalusischen Provinz Cádiz bereitet den spanischen Sicherheitskräften zunehmend Kopfzerbrechen*, wie costanachrichten.com* berichtet. In jüngster Zeit mehren sich die Vorfälle, in denen sich Bandenmitglieder einem polizeilichen Zugriff mit Gewalt widersetzen. Immer öfters werden Streifenwagen zu Schrott gefahren von Drogenkurieren, die sich einer polizeilichen Kontrolle entziehen wollen. Im Rahmen von polizeilichen Operationen gegen den Drogenhandel eröffnen die Kriminellen auch schon mal das Feuer.

Nach einer Häufung derartiger Episoden, ist der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska jüngst nach Cádiz gereist. Dort suchte er gleich mehrere Dienststellen der beiden staatlichen Polizeikorpus - Policia Nacional und Guardia Civil - auf, um die Arbeit der Beamten zu würdigen und ihren Sorgen zu begegnen. Grande-Marlaska besuchte auch ein Krankenhaus, in dem sich ein im Einsatz verwundeter Polizist befindet, der von einem Drogenkurier während einer Straßenkontrolle überfahren, dabei lebensgefährlich verletzt worden war und im Hospital notoperiert werden musste.

Der Innenminister ist überzeugt, dass die erfolgreiche Polizeiarbeit ursächlich dafür ist, dass die Drogenbanden zunehmend gewalttätig agieren, weil sie sich im Kampf gegen die Sicherheitskräfte in Spanien* zusehends unterlegen wähnen. Schon im Sommer 2018 hatte die spanische Regierung in der Region das Polizeiaufgebot wegen der steigenden Drogenkriminalität deutlich erhöht. Nun sollen personelle und materielle Mittel erneut aufgestockt werden, und zwar nicht nur im Süden von Cádiz, sondern auch in umliegenden Gebieten der Provinzen Málaga und Huelva, da die Drogenhändler ihre Aktivitäten wegen der erhöhten Polizeipräsenz nach und nach dorthin verlagern. *costanachrichten.com ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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