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Rosa Rahmen für Dealer im Görlitzer Park.

Berlin

Drogen-Brennpunkt Görlitzer Park: Dealer sollen freien Zugang haben, Anwohner in Sorge

Der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg wird zum Brennpunkt der Drogenpolitik. Die örtliche Bezirksbürgermeisterin von den Grünen weigert sich, Dealer aus dem Park zu vertreiben. Anwohner klagen, inzwischen werde sogar versucht, Kinder in die Abhängigkeit zu treiben.

Berlin – Seit Jahren gilt der Görlitzer Park als Hauptumschlagplatz für Drogen in Berlin. Polizei, Anwohner und Landesregierung sind ratlos. Das altbekannte Problem verschärft sich nun: Die Anzahl der schweren Körperverletzungen steigt seit Monaten erheblich an, berichtet das ARD-Magazin „Kontraste“.

Demnach ist die Häufigkeit von Körperverletzungen in den ersten vier Monaten des Jahres um 50 Prozent angestiegen im Vergleich zu 2018. Schuld sei der weiche Umgang der rot-rot-grünen Landesregierung der Hauptstadt mit Drogenbesitz.

Drogenhandel im Park ist seit Jahren akzeptiert 

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern liegt der zulässige Eigenbedarf von Cannabis in Berlin bei 15 Gramm pro Person. In Bayern sind, wie in vielen anderen Bundesländern, sechs Gramm erlaubt. Seit Jahren ist der Drogenhandel im Görlitzer Park akzeptiert, laut Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) sogar von den Anwohnern erwünscht. Wörtlich sagte sie im „Kontraste“-Interview: „Keine Gruppe soll (aus dem Park) ausgeschlossen werden. Die Leute haben gesagt: Heute ist es die Dealergruppe, die rausgeschickt wird, wer darf morgen dann nicht in den Park rein?“ Im Handlungskonzept des Görlitzer Parks wird ausdrücklich betont, dass keiner diskriminiert werden dürfe.

Kiffen für legalen Cannabis-Konsum in Berlin

Die Berliner Polizei steht dieser Toleranz hilflos gegenüber. Laut dem ARD-Magazin hat sich die Ermittlergruppe Görli aufgelöst, Drogenzulieferer können nicht mehr gezielt bekämpft werden. Zuletzt hatte Parkmanager Cengiz Demirci im Mai mithilfe farbig markierter Standplätze versucht, die Dealer von den Besuchern zu trennen – und erntete massive Kritik.

Es ist ein schwieriger Spagat zwischen der Toleranzbereitschaft im Multi-Kulti-Viertel und der ausufernden Kriminalität. Viele Dealer sind afrikanische Flüchtlinge, seit dem Beginn der Asylkrise ist die Anzahl der Dealer enorm angestiegen. Die Lage spitzt sich weiter zu, nicht nur durch den Anstieg der Körperverletzungen.

Anwohner sowie ein ehemaliger Drogenhändler erklären gegenüber „Kontraste“, dass Kinder und Jugendliche vermehrt von Drogendealern angesprochen werden. Die Masche: Jugendliche bekommen einen vermutlichen Joint geschenkt – in diesem befindet sich aber Kokain. Es gehe bei solchen Aktionen darum, die Jugendlichen zum baldigen Kauf zu bewegen, berichtet der Aussteiger.

Derweil gab der rot-rot-grüne Senat der Stadt gestern bekannt, einen Antrag für ein Modellprojekt zur kontrollierten Abgabe von Cannabis an Erwachsene stellen zu wollen. Ziel sei eine „Enttabuisierung“, sagte Catherina Pieroth (Grüne). Der Pressesprecher der Berliner CDU-Fraktion reagierte mit einem besorgten Tweet. „Koalition der Kiffer: Drogenpark goerli, Schüler haschen immer früher, r2g will Cannabis legalisieren und verkaufen.“ Man müsse Warnungen der Berliner Suchtprävention ernster nehmen. Die CDU fordert seit Jahren eine Rückkehr zur Null-Toleranz-Regel, die unter ihrer Regierung 2015 eingeführt und mit dem rot-rot-grünen Regierungswechsel wieder abgeschafft wurde.

NATALIE MEYER

Wer im Urlaub zu Cannabis greifen will, sollte sich vorher gut über das Reiseland informieren. Denn in bestimmten Ländern drohen harte Strafen.

In München gibt es Ärger um ein Kleinod mitten in der Stadt, den Luitpoldpark. Zuletzt wurden dort aber immer häufiger Spritzen und Drogenreste aufgefunden. Eine Stadträtin schlägt deswegen jetzt Alarm, berichte tz.de*

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