Drogendeals im Internet

Wenn Ihr Kind diese Emojis verwendet, sollten Sie aufpassen

Emojis sind eine hervorragende Möglichkeit, seine Gefühle und Emotionen in Nachrichten auszudrücken. Seit Neuestem werden sie aber auch für geheime Codes in sozialen Netzwerken verwendet.

Snapchat, Instagram, Whatsapp und Co.: Noch nie hatten es die Drogendealer so leicht. Undercover-Recherchen zeigen, wie beliebte soziale Netzwerke, unter anderem Snapchat und Instagram, ein Paradies für Drogendeals wurden. Jugendliche verwenden jetzt auch Codes aus Emojis, mit denen sie ihre Nachricht verschlüsseln beziehungsweise sie keiner so einfach versteht. Das Ahornblatt als allgemeines Zeichen für Drogen, der Diamant oder die Schneeflocke für Kokain, die Kapsel für MDMA und die Nadel für Heroin, berichtet bbc.co.uk

Zwei Verhaftungen in den USA

In den USA gab es mindestens zwei aufmerksamkeitserregende Verhaftungen von Jugendlichen, die Instagram und Snapchat zum Drogenverkauf nutzten. Im Januar dieses Jahres wurde ein 19-Jähriger aus Oregon verhaftet, er wurde wegen Verkauf von Marihuana auf Snapchat angeklagt. Er postete Fotos von sich selbst mit einer Menge Geld auf Instagram. Im Mai wurde ein 20-Jähriger aus Kalifornien von den Polizisten abgeführt, nachdem er der Drug Enforcement Agency unabsichtlich erlaubte, ihm auf Instagram zu folgen. Sein Account enthielt Fotos von Drogen und Waffen, die zum Verkauf standen, so bbc.co.uk.

In einer neuen Reportage von BBC Three möchte Stacey Dooley undercover herausfinden, wie einfach es ist über soziale Netzwerke an Drogen zu kommen. Dafür registriert sie sich mit einem Foto ihrer jüngeren Freundin bei Snapchat, Instagram und Yellow. Wie die Internetseite des Senders berichtet, sagt Stacey: „Innerhalb einer Stunde wurde ich mit Nachrichten von Leuten aus ganz England bombardiert, sogar 13-Jährige meldeten sich.“

Undercover Journalistin schließt zwei Deals ab

Mit den Apps gelingt es Stacey unter anderem Deals mit zwei minderjährigen Verkäufern abzuschließen. „Ich kann nicht oft genug betonen, wie einfach es ist, Drogen in die Hände zu bekommen“, so Stacey.

Stacey trifft sich auch mit einer Gang aus Glasgow, die Drogen wie Kokain, Haschisch und Heroin unter den Leuten verteilt. Die Drogendealer rechnen damit, dass Social Media die Zukunft des Drogendealens sein kann. „Mach ein Foto und ein Video von deinem Zeug, was auch immer und dann... Ganz einfach, kein Aufwand“, erzählt einer.

Plattformen vertrauen auf User, die Illegales melden

Sollte das wirklich wahr sein, wirft das heikle Fragen für Plattformen wie Snapchat, Instagram und Yellow, die viele junge User nutzen, auf. Im Moment vertrauen sie noch auf die Jugend, die Illegales melden. Das Instagram Global Review Team berichtet bbc.co.uk, dass sie ihre Meldungen täglich 24 Stunden prüfen und sobald sie Hinweise auf illegale Posts erhalten schnell arbeiten um es zu löschen.

In einem Statement sagt Snapchat: „Wir raten jedem User alles zu melden, was nichts auf Snapchat verloren hat.“ Auch Instagram versucht gegen die Deals vorzugehen, 2013 hat es bestimmte Tags, die mit Drogen zu tun haben, geblockt. 

Trotzdem bleiben Fragen offen: Was könnten diese Plattformen noch gegen das Problem und die Gefahr unternehmen? Können sie stärker dagegen vorgehen? Es wird sich zeigen, wie sich das Drogendealen in den sozialen Netzwerken weiter entwickelt.

Hier können Sie die BBC Three Reportage anschauen.

sdr

Rubriklistenbild: © dpa

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