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„Wir haben eindeutig den Befund ...“: Drosten wagt große Hoffnungs-Vorhersage für Ostern

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Von: Felix Durach

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Der Virologe Christian Drosten zieht im Podcast „Coronavirus-Update“ einen Vergleich zwischen den Omikron-Subtypen und gibt einen Ausblick auf eine Entspannung der Lage.

Berlin - Während die Omikron-Variante des Coronavirus sich in Deutschland als dominante Virusmutation etabliert hat, blicken Experten zum Teil beunruhigt nach Dänemark und Großbritannien, wo sich aktuell der Subtyp BA.2 der Omikron-Variante ausbreitet. Auch der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité hat sich in dem Podcast „Coronavirus-Update“ von NRD-Info, in welchem er als Experte agiert, zu den Entwicklungen geäußert.

Omikron: Drosten über Subtyp BA.2 - „hat schon ein paar PS mehr“

Mit Blick auf den in Deutschland dominanten Omikron-Subtyp BA.1 und den neuen Typ BA.2 bediente sich der Virologe zur Unterscheidung wieder einmal eines Auto-Beispiels. „Der eine Mercedes sieht irgendwie ganz spießig aus und der andere Mercedes hat so Spoiler dran. Aber es ist immer noch ein Mercedes und auch immer noch das gleiche Modell“, erklärt Drosten mit Blick auf die Omikron-Subtypen. Ein Blick unter die Haube würde dabei jedoch zeigen: „Der Motor von BA.2, der hat schon ein paar PS mehr.“

Drosten bezog sich in seiner Einschätzung vor allem auf die Daten aus Dänemark und die Erkenntnisse aus einer neu veröffentlichten Preprint-Studie. Letztere würde die Vermutung nahelegen, dass sich BA.2 noch leichter verbreiten könnte als der ohnehin schon hochansteckende Subtyp BA.1. Das Risiko der Weitergabe des Virus ist demnach bei infizierten Ungeimpften ebenfalls stark erhöht, bei geimpften Kontaktpersonen allerdings verringert, so die Einschätzung des 49-Jährigen.

Coronavirus: Drosten über Omikron-Subtyp BA.2 - „erheblicher Wachstumsvorteil“

„Innerhalb von Omikron verdoppelt sich dieses BA.2-Virus alle fünfeinhalb Tage. Das ist schon erheblich, ein erheblicher Wachstumsvorteil gegenüber den anderen Omikron-Viren“, so Drosten mit Blick auf die Neuinfektionszahlen in Dänemark. Diese Entwicklung würde sich jedoch nur in dem letzten siebentägigen Auswertungsfenster feststellen lassen, schränkt der Virologe die Beobachtung ein. 

Auch in Deutschland, wo der Anteil an BA.2 nach Angabe des RKI aktuell bei ca. 2,3 Prozent liegt, wird sich der Subtyp weiter ausbreiten, so Drostens Prognose. Wegen der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen könnte die Ausbreitung in Deutschland jedoch langsamer erfolgen, als in Großbritannien oder Dänemark.

Drosten nennt „Planungshorizont“ für Entspannung - Hoffnung auf die Osterferien

Mit Blick auf die allgemeine Corona-Lage in Deutschland rückt Drosten darüber hinaus die Osterferien ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Diese könnte man durchaus als „Planungshorizont“ für eine Entspannung der Pandemie-Lage ansehen, so die Einschätzung des Experten. „Wir haben eindeutig den Befund, dass die Übertragungen im Moment aus dem Schulbetrieb gespeist werden. Da werden spätestens die Osterferien den Riegel vorschieben“, erklärt Drosten seine Einschätzung. Hinzu kämen dann auch die steigenden Temperaturen im Frühling, welche zu einem Abflachen der Inzidenzen führen könnten.

Für mögliche Lockerungen von Corona-Maßnahmen in Deutschland sei es noch zu früh: „Es gibt eine Sache, die sich erst mal nicht verändert hat. Das ist die Impflücke in Deutschland. Da kommen wir nicht so richtig vorwärts.“ Zuletzt sei die Impfrate sogar wieder gesunken. Die Lage hier sei nicht mit Dänemark vergleichbar, wo gerade angesichts der hohen Impfquote die Corona-Maßnahmen weitgehende wegfallen. „Deswegen ist eben keine Entwarnung für Deutschland zu geben“, so Drosten.

Drosten: Nach drei Impfungen könne man sich gefahrlos anstecken und so starke Immunität entwickeln

Für Drosten sei die „ideale Immunisierung“ der vollständige Impfschutz durch drei Impfdosen. Mit dieser Grundlage könne man sich dann einmal oder auch häufiger mit dem Virus infizieren und so eine starke Immunität entwickeln, „ohne dabei schwere Verläufe in Kauf nehmen zu müssen“. Wer diesen Weg durchgemacht habe, „der ist dann irgendwann wirklich über Jahre belastbar, immun und wird sich nicht wieder reinfizieren“, erklärte Drosten.

Drosten wiederholte auch seine Warnung vor dem Zulassen einer Durchseuchung, aufgrund der vielen Ungeimpften. Er kritisierte ebenfalls die Denkweise mancher, dass man eine Impfung durch eine Infektion mit Omikron-Varianten ersetzen könne. Der Virologe verwies auf die hohe Wahrscheinlichkeit, sich erneut anzustecken. (fd/dpa)

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