1. Startseite
  2. Welt

Italien pumpt aus Gardasee ab - Wasserspiegel schon sichtbar gefallen

Erstellt:

Von: Richard Strobl

Kommentare

Hitze und Dürre sorgen in Italien für eine extreme Notlage. Die Regierung pumpt nun den Gardasee teils ab.

Rom - Italien ächzt weiter unter extremer Hitze und Dürre. In einigen Regionen hat es schon seit mehr als 100 Tagen nicht mehr geregnet. Im Norden wird nun Wasser aus dem Gardasee abgepumpt, um der Notlage entgegenzuwirken.

Besonders deutlich wird die aktuelle Wasser-Krise in Italien am Fluss Po. Dieser gilt als Lebensader im Norden des Landes und versorgt etliche Landwirtschaften mit Wasser. Aktuell ist er allerdings teils nur noch als Rinnsal zu erkennen. Er soll nur noch knapp 20 Prozent der üblichen Wassermenge führen. Deshalb wird nun Wasser aus dem Gardasee in den Po gepumpt, wie ntv berichtet. So soll eine komplette Austrocknung verhindert werden.

Italien zapft Gardasee an - Dürre hat schon jetzt enorme Konsequenzen

Über den Zufluss Mincio im Süden des Gardasees wird das Wasser nun in den Po geleitet. 70 Kubikmeter fließen demnach pro Sekunde ab. Ein Großteil des Po-Wassers kommt demnach schon jetzt aus dem Gardasee.

Aktuell ist der Wasserstand im Gardasee nach ntv-Angaben bereits um knapp einen halben Meter gefallen. Das sorgt für Unmut am Gardasee selbst. Hier will man nicht noch mehr Wasser abgeben, um das eigene Ökosystem und die eigene Landwirtschaft sowie die Tourismus-Industrie nicht zu schädigen.

Allerdings ist die Lage um den Po sehr ernst. Der Wasserspiegel ist aktuell unter dem Meeresspiegel. Deshalb dringt salzhaltiges Meerwasser kilometerweit ins Landesinnere ein, versetzt den Boden mit Salz und zerstört komplette Ernten. Städte wie Pisa und Verona schränkten unlängst die Wassernutzung ein. Venedig und Mailand drehten einen Teil der Brunnen ab.

Gardasee erst der Anfang? Italien will wegen Trockenheit nun Notstand ausrufen

Italiens Regierung will wegen der gravierenden Trockenheit in Teilen des Landes nun auch den Notstand beschließen. Am Montagabend sei dazu ein Treffen des Ministerrates geplant, teilte der Amtssitz von Ministerpräsident Mario Draghi mit. Die Regierung will demnach den Notstand für die Gegenden ausrufen, die am stärksten von der Dürre betroffen sind. Vor allem Norditalien erlebt derzeit heftige Trockenheit.

Eine Frau schwimmt auf einer Luftmatratze im klaren Wasser des Gardasees. (Archivbild)
Eine Frau schwimmt auf einer Luftmatratze im klaren Wasser des Gardasees. (Archivbild) © Daniel Reinhardt/dpa

Die Schwere und Wahrscheinlichkeit von Dürren haben durch den Klimawandel mit hoher Gewissheit im Mittelmeerraum und auch in anderen Weltregionen zugenommen.

Auch interessant

Kommentare