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Düsseldorf: Schütze war psychisch kranker Waffennarr

Düsseldorf - Ein 48-jähriger Mann hat am Düsseldorfer Hauptbahnhof wild um sich geschossen. Jetzt wurde bekannt, dass er mit mehren Pistolen bewaffnet war. Auch in seiner Wohnung fand die Polizei schweres Geschütz.

Der Schütze vom Düsseldorfer Hauptbahnhof ist offenbar ein psychisch kranker Waffennarr. Der 48 Jahre alte Mann habe er aus drei Pistolen gefeuert und drei weitere geladene Waffen bei sich getragen, sagte der Leiter der Mordkommission, Wolfgang Siegmund, am Mittwoch in Düsseldorf. Der Mann sollte noch am selben Tag einem Ermittlungsrichter vorgeführt und in die Psychiatrie eingeliefert werden. Er hatte am Dienstag bei einer Personenkontrolle unvermittelt auf Polizisten geschossen, eine 22-jährige Passantin als Geisel genommen und ihr in den Hinterkopf geschossen.

In der Bochumer Wohnung des Schützen fanden die Ermittler zehn weitere Schusswaffen. Die Frau musste operiert werden und überlebte schwer verletzt. Polizeibeamte hatten den 48-Jährigen noch am Bahnhof überwältigen können.

Gegen den Mann wird wegen versuchter Tötung in mehreren Fällen ermittelt. Sein Motiv ist weiter unklar. Er verweigert mittlerweile die Aussage. In einer ersten Vernehmung hatte er nach Polizeiangaben einen Schuss gestanden. Die Passantin befindet sich auf dem Weg der Besserung, ist aber noch nicht vernehmungsfähig.

Schüsse fielen überraschend

Der Mann habe ausgesagt, er sei am Dienstag mit einem Zug aus Bochum nach Düsseldorf gefahren. Im Hauptbahnhof war er einer Polizeistreife aufgefallen. Er habe einen verwirrten und teilweise hilflosen Eindruck gemacht, hieß es. Der Mann habe “pennermäßig“ ausgesehen, sagte Siegmund. Als ihn die beiden Bundespolizisten ansprachen, ergriff er die Flucht. Bei der zweiten Ansprache eröffnete der Mann überraschend das Feuer.

Auf dem Bahnhofsvorplatz schnappte er sich einen 13 Jahre alten Schüler. Der Junge konnte sich aber nach Eingreifen einer Passantin wieder losreißen. An einer Straßenbahnhaltestelle nahm er dann die 22-jährige Passantin als Geisel. Ob er ihr bewusst in den Hinterkopf schoss oder die Polizisten treffen wollte, ist noch unklar. Die sichergestellten Pistolen hatten jeweils nur einen Schuss frei. Vom Aussehen glichen sie umgerüsteten Piratenrevolvern.

Tatverdächtiger lebte zurückgezogen

Der Mann ist ledig und lebte anonym in einem Appartement in Bochum. Die Wohnung sei vollkommen durcheinander und unaufgeräumt gewesen, sagte Staatsanwältin Britta Schreiber. Zu Nachbarn hatte er keinen Kontakt. Nach eigenen Angaben war wegen einer schweren Körperbehinderung arbeitsunfähig.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich mehrere Hundert Menschen im Bahnhof und auf dem Vorplatz. Die Polizisten hatten das Feuer nicht erwidert, da sie nach eigenen Angaben kein freies Schussfeld hatten.

dapd

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