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Dr. Wolfgang Guggemos, Leiter Sonderisolierstation für Ebola-Patienten am Klinikum Schwabing.

Experten-Interview

Wie ansteckend ist Ebola für Ärzte und Pfleger?

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München – Wie hoch ist die Gefahr, der sich Ärzte und Pfleger aussetzen, wenn sie Ebola-Verdachtsfälle behandeln? Ein Experte gibt Entwarnung: „Bei einem ernstzunehmenden Verdacht werden hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen.“

In Madrid hat sich eine Pflegehelferin mit dem tödlichen Ebola-Virus infiziert. Die spanischen Gesundheitsbehörden schließen weitere Infektionen nicht aus, selbst wenn die Gefahr gering sei. Könnte so etwas auch in München passieren? Wir fragten Oberarzt Dr. Wolfgang Guggemos. Er ist Leiter der Sonderisolierstation am Klinikum Schwabing.

In Spanien hat sich eine Pflegerin bei der Behandlung eines Ebola-Patienten angesteckt. Wäre Ihr Personal ausreichend geschützt, wenn ein Erkrankter eingeliefert würde?

Bei der Behandlung eines Patienten mit ernstzunehmendem Verdacht auf eine Ebola-Infektion werden hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Alle Personen, die direkt an der Behandlung beteiligt sind, tragen Anzüge mit separater Luftversorgung, die sicher vor einer Kontamination schützen. In der Behandlungseinheit herrscht im Vergleich zur Umgebung ein Unterdruck – so wird ein unkontrolliertes Entweichen von Krankheitserregern in die Umgebung verhindert, die Abluft wird durch virenabsorbierende Filter gereinigt.

Jeder ungeschützte Körperkontakt mit dem Ebola-Patienten ist strikt zu vermeiden

Der Patient muss ja erst mal ins Klinikum gebracht werden. Am Transport sind mehrere Helfer beteiligt – wie steht es um deren Sicherheit?

Der Mitarbeiterschutz hat immer höchste Priorität. Das Ebola-Virus wird in erster Linie durch Körperflüssigkeiten und Sekrete von Mensch zu Mensch übertragen, aber auch die indirekte Übertragung über kontaminierte Gegenstände ist möglich. Jeder ungeschützte Körperkontakt mit dem Patienten ist deshalb strikt zu vermeiden.

Wie geht das konkret?

Der Patient wird mit einem speziellen Rettungswagen der Berufsfeuerwehr München transportiert. Neben den Beamten der Berufsfeuerwehr sind ein Arzt und eine Pflegekraft aus dem Klinikum Schwabing beteiligt. Da der Schutz von Helfern an erster Stelle steht, begleiten weitere Hilfsfahrzeuge den Transport – etwa eine mobile Dekontaminationseinheit, zudem Einsatzwagen der Polizei.

Für 24-stündige Betreuung eines Ebola-Patienten acht Ärzte und 16 Helfer nötig

Wie wird ein Ebola-Patient behandelt?

Eine kausale Therapie, welche den Krankheitsverlauf direkt beeinflusst, existiert nicht. Die Behandlung zielt vor allem auf unterstützende Maßnahmen ab – es werden fiebersenkende Medikamente verabreicht und der Flüssigkeitshaushalt kontrolliert. Soweit erforderlich, wird der Patient auch intensiv-mediznisch versorgt, etwa durch künstliche Beatmung oder die medikamentöse Aufrechterhaltung der Herz-Keislauf-Funktion.

Ist das aufwändig?

Für eine 24-stündige Betreuung eines Intensivpatienten sind acht Ärzte und 16 Helfer nötig. Jeder Helfer, der den Behandlungsraum verlässt, muss abschließend 20 Minuten mit Desinfektionsmitteln dekontaminiert werden, bevor er seine Schutzausrüstung ablegen kann. Alle anfallenden Abfälle werden als Sondermüll entsorgt.

Das Interview führte Barbara Nazarewska.

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