Vorwürfe gegen Schuhhändler

Echtpelz: Deichmann nimmt Schuh aus Verkauf

Essen - In einem Damenschuh von Deichmann soll echtes Tierfell statt Kunstpelz verarbeitet worden sein. Eine Tierschutzorganisation will bei Labortests Tierhaare an dem Schuh entdeckt haben.

Deutschlands größter Schuhhändler Deichmann hat einen Damenschuh aus dem Verkauf genommen, in dem angeblich echtes Tierfell statt Kunstpelz verarbeitet wurde. „Die Verwendung von Echtpelz entspricht nicht unserer Unternehmenspolitik“, sagte ein Firmensprecher am Freitag.

Die Tierschutzorganisation Animals' Liberty hatte nach eigenen Angaben bei Labortests Tierhaare an der Verzierung des Schuhs entdeckt. Der Schuh der Marke Graceland stammt aus der Winterkollektion 2012/13.

Restbestände für den Verkauf gesperrt

In den Filialen seien deshalb nur noch Restbestände vorhanden, hieß es in Essen. Diese würden für den Verkauf gesperrt, bis das Thema geklärt sei. Deichmann werde den Fall nun selbst untersuchen.

Bereits vor einigen Wochen hatten die Drogeriekette Müller und die Modefirma Tom Tailor Strickmützen aus dem Sortiment genommen. Animals Liberty' hatte zuvor angegeben, Katzenfell in den angeblich aus Kunstfell hergestellten Applikationen entdeckt zu haben.

Tom Tailor hatte danach aufgrund eigener Untersuchungen bestätigt, dass es sich um Tierfell handelte. Es stamme allerdings nicht von Hauskatzen, sondern vom Marderhund, einer Wildtierart.

Das Unternehmen kündigte eine Verschärfung der Kontrollen an. Müller will die Ergebnisse seiner Untersuchung in der kommenden Woche vorstellen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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