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Mediziner in Greifswald und Bonn haben erste Erkenntnisse auf die Ursache schwerer Verläufe bei EHEC-Patienten.

EHEC: Erkenntnisse über schwere Fälle

Bonn/Mainz - Mediziner haben erste Erkenntnisse über die Ursache der schweren EHEC-Verläufe gefunden. Die Entwicklung eines schnellen Medikaments ist laut eines Experten unwahrscheinlich.

Mediziner der Universitätskliniken Greifswald und Bonn haben Hinweise auf die Ursache schwerer Verläufe bei EHEC-Patienten mit HU-Syndrom gefunden. Vieles deute darauf hin, dass neben dem Giftstoff Shigatoxin auch die Bildung von Autoantikörpern für schwere Schädigungen verantwortlich sei, sagte der Transfusionsmediziner Andreas Greinacher vom Universitätsklinikum Greifswald. Die Autoantikörper verursachten einen Anstieg eines Gerinnungsfaktors, wodurch die Durchblutung wichtiger Gehirnregionen und der Nebennieren eingeschränkt sei. Sie werden nur von einigen EHEC-Patienten gebildet. Inzwischen wurden erste schwer erkrankte Patienten mit einer speziellen Blutwäschetherapie behandelt. “Die ersten Entwicklungen bei den Blutwerten stimmen uns optimistisch.“

Schnelle Entwicklung von EHEC-Medikament unwahrscheinlich

Nach Ansicht von Experten ist eine schnelle Entwicklung eines Medikaments gegen den EHEC-Erreger unwahrscheinlich. “Ein Medikament zu entwicklen, ist keine einfache Sache“, sagte der Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie der Universität Kiel, Stefan Schreiber, am Mittwoch im ARD-“Morgenmagazin“.

Es dauere zwischen der Identifikation eines Ziels und der Einführung des Medikaments auf dem Markt ungefähr 20 Jahre. Medikamente, die gezielt auf diesen Keim losschickt würden, seien nicht die Antwort, fügte Schreiber hinzu. In Berlin wollen am Mittwoch die Gesundheits- und Verbraucherschutzminister des Bundes und der Länder über die vom EHEC-Bakterium ausgelöste Durchfallerkrankung beraten.

Rheinland-Pfalz-Minister gegen zentrale Anti-Seuchen-Zentrale  

Der rheinland-pfälzische Verbraucherschutzminister Jochen Hartloff (SPD) hat sich gegen eine zentrale Seuchen-Polizei im Bund ausgesprochen. Bei der Bekämpfung des EHEC-Keimes komme es nicht auf eine neue Stelle an, betonte Hartloff am Mittwoch im Südwestrundfunk (SWR). Entscheidend sei, die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern besser zu koordinieren.

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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Auch den Vorschlag einer mobilen Eingreiftruppe, die auf die Länder Zugriff hat, lehnte der Minister ab. Diese würde eher zu einem bürokratischen Hindernis als zu schnellerem Handeln führen. Zugleich bestätigte Hartloff, dass ein rheinland-pfälzischer Betrieb, der Sprossen anbaut, auf den EHEC-Keim überprüft wird. Es handele sich aber nicht um einen neuen Verdachtsfall.

dpa/dapd

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