EHEC-Gurken in Mecklenburg-Vorpommern?

Schwerin - In Mecklenburg-Vorpommern wurden in drei Proben von Gurken unterschiedlicher Herkunft möglicherweise Hinweise auf den EHEC-Erreger gefunden.

“Wir sind auf diese Gurken im Zusammenhang mit der Auswertung der Fragebögen von erkrankten Patienten gestoßen. Insofern kann ein Zusammenhang mit der Erkrankung bestehen“, sagte Verbraucherminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin. Die Gurken wurden im Einzelhandel und in Gaststätten sichergestellt.

Für eine Bestätigung sind aber weitere Untersuchungen notwendig, wie das Verbraucherschutzministerium am Sonntag in Schwerin mitteilte. Die Ergebnisse werden nicht vor Mitte nächster Woche erwartet.

Mehr EHEC-Opfer in Deutschland

Die Zahl der EHEC-Toten in ganz Deutschland ist am Wochenende auf zehn gestiegen. Alle Opfer stammten aus Norddeutschland. Von den rund 80 Patienten liegen 4 Kinder und 14 Erwachsene auf der Intensivstation. Insgesamt haben 30 HUS-Erkrankte keine Nierenfunktion mehr, wie Prof. Jörg Debatin, Vorstandschef des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE), berichtete. Deutschlandweit wurden mittlerweile mehr als 1200 bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert, in Hamburg bis Samstag 467.

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bekräftigte am Sonntag die Warnung vor dem Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und Salat. In einer Emnid-Umfrage für das die "Bild am Sonntag" gaben 58 Prozent der Befragten an, derzeit auf ungekochte Gurken, Tomaten und Salat zu verzichten. Bundesregierung, Länder und Behörden wollen die Ausbreitung des Darmkeims an diesem Montag in einem Spitzentreffen in Berlin beraten.

“Die Lage ist ausgesprochen ernst“, sagte Prof. Debatin, “Wir werden weitere Menschen verlieren.“

EHEC breitet sich in der EU aus

In Österreich wurden bislang zwei deutsche Urlauber positiv auf den EHEC-Erreger getestet, in den übrigen Ländern gab es keine Hinweise auf Erkrankungen. In Schweden verzeichneten die Gesundheitsbehörden bislang 36 EHEC-Fälle, von denen zwölf einen schweren Verlauf genommen haben. In Dänemark wurde bei elf Menschen eine Infektion diagnostiziert, die bei fünf eine schwere Darminfektion, das sogenannte Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS), verursacht habe.

Keine Hinweise auf kontaminierte Gurken in GB

Die britische Gesundheitsbehörde erfasste bislang drei EHEC-Erkrankungen bei deutschen Staatsbürgern. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die möglicherweise mit den Erregern kontaminierten Bio-Gurken in Großbritannien vertrieben worden seien, teilte die britische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit mit. EU-Sprecher Frederic Vincent sagte am Sonntag, dass der Betrieb zweier als Ursprungsort der betroffenen Gurken ausfindig gemachter Gewächshäuser in Spanien eingestellt worden sei. Das Wasser und die Erde würden nun analysiert, um herauszufinden, ob die Kontamination dort oder woanders erfolgte. Die Ergebnisse der Untersuchung würden für Dienstag oder Mittwoch erwartet, sagte er.

Die spanische Regierung teilte mit, dass zwei Gurkenproduzenten aus dem Süden Andalusiens untersucht würden. Gesundheitsministerin Leire Pajín sagte am Freitag, die Regionalregierung Andalusiens habe in Zusammenarbeit mit den nationalen, den deutschen und den EU-Behörden strenge Maßnahmen ergriffen, die das Verbrauchervertrauen wiederherstellen sollen. “Wir müssen ganz klar machen, dass es in Spanien noch keine einzige Person gibt, die bislang mit dem Erreger infiziert wurde“, sagte sie.

dpa/dapd

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