Eingeborenenstämme ausgelöscht?

- Neu Delhi - Die Monsterwelle hat auf den zu Indien gehörenden Inselgruppen der Andamanen und Nikobaren möglicherweise mehrere Eingeborenenstämme ganz oder teilweise ausgelöscht. Von ihnen ist bekannt, dass sie bisher ähnlich wie in der Steinzeit lebten und Kontakte zur modernen Zivilisation ablehnten.

Das Ministerium für Stammesangelegenheiten teilte in Neu Delhi mit, Hilfslieferungen hätten zunächst nur zwei Stämme erreicht. Vom Stamm der Onges, der vor der Katastrophe nur noch rund 100 Menschen umfasste, seien mindestens 60 Angehörige tot oder vermisst. 3000 der 26 000 Nikobaresen würden vermisst.

Auf die erschöpften und verängstigten, von Nachbeben, Hunger und Seuchen bedrohten Überlebenden warten neue Gefahren: Sie müssen auf der Hut sein vor den Krokodilen, die von der Flut weit ins Landesinnere getragen wurden.
In den Katastrophengebieten brauchen die Rettungskräfte nur ihrer Nase zu folgen - der Gestank des Todes weist ihnen den Weg zu den verwesenden Leichen, die tief in den Dschungel gespült worden sind.

Auf den Inselgruppen werden noch bis zu 10 000 unentdeckte Todesopfer vermutet, bisher wurden erst 359 Leichen geborgen. Meist seien die aufgeblähten Körper verdeckt von der Vegetation oder unter den Schlammmassen begraben, erklärt Gouverneur Ram Kapse.

Die Zeit drängt: Polizei und Armee haben damit begonnen, selbst nicht identifizierte Todesopfer zu bestatten, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern. Die Einsatzkräfte kommen nur meterweise voran. Denn viele menschliche Überreste liegen unter umgestürzten Bäumen, wie der Beamte Basudev Rao berichtet.

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