Einige Attentäter vom 11.9. hätten gestoppt werden können

- Washington - Einige der Attentäter vom 11. September 2001 hätten nach Einschätzung einer US-Untersuchungskommission mit mehr Behördensorgfalt gestoppt werden können. So seien acht der 19 Männer mit manipulierten Pässen unterwegs gewesen, berichteten US-Medien am Dienstag aus dem vorläufigen Bericht einer unabhängigen Kommission. «Es gab viele Gelegenheiten, die Anschläge zu verhindern», sagte das Kommissionsmitglied Jamie Gorelick.

Bislang hieß es immer, die Attentäter hätten weitgehend legal und unauffällig in den USA gelebt. Regierungsbeamte bezweifelten allerdings, dass die Männer hätten aufgegriffen werden. «Ich glaube nicht, dass man in einem Gespräch beim Visum-Antrag einen Terroristen entdecken kann», sagte Mary Ryan, eine frühere Beamtin des Außenministeriums, der «Washington Post».

Mindestens sechs der Attentäter, die vier Flugzeuge entführt und drei davon in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington lenkten, sollen dem Bericht nach Visabestimmungen verletzt haben. Darunter sei auch Mohamed Atta gewesen, der die Hamburger Terrorzelle leitete. Fünf der Männer seien vor der Einreise verhört worden. Drei von ihnen hätten auf ihren Visa-Formularen eindeutig falsche Angaben gemacht.

Nach Ermittlungen der Kommission war einem Saudi die Einreise einen Monat vor den Attentaten verweigert worden. Es könne sich bei dem Mann um den vorgesehenen 20. Entführer gehandelt haben, glaubt die Kommission. Mohamed el Katani hatte die Beamten misstrauisch gemacht, weil er keinen Rückflug und kein Hotelzimmer gebucht hatte und sich weigerte, Freunde zu benennen, die ihn finanziell unterstützen würden. Er wurde später festgenommen und wird inzwischen auf dem US-Stützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba festgehalten.

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