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Einsätze vom Hindukusch bis zum Horn von Afrika

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- München - Auslandseinsätze deutscher Soldaten im Auftrag der Vereinten Nationen oder der Nato sind seit der Vereinigung Normalität geworden. Hatte sich die Bundeswehr zuvor nur an humanitären Hilfseinsätzen beteiligt, kamen nach der Vereinigung zunächst Blauhelm-Missionen und später auch Einsätze mit Kampfeinheiten hinzu. Eine Auswahl der wichtigsten Einsätze:

Somalia

25. August 1993 - 23. März 1994: Logistische Unterstützung der Unosom-II-Truppen und Luftbrücke Mombasa-Somalia mit 1700 Heeressoldaten in Belet Uen, 600 Marinesoldaten sowie 120 Luftwaffensoldaten in Dschibuti und Mombasa.

Irak

August 1991 - September 1996: Flugbereitschaft für die UN-Abrüstungskontrolleure und medizinische Evakuierung.

Bosnien-Herzegowina

4. Juli 1992 - 9. Januar 1996: Versorgung Sarajevos aus der Luft von Falconara (Italien).

28. März 1993 - 19. August 1995: Versorgung der Bevölkerung insbesondere Ost-Bosniens durch Abwurf von Hilfsgütern aus der Luft zusammen mit britischen und französischen Maschinen.

18. Juli 1992 - 19. Juni 1996: Beteiligung an der Operation "Sharp Guard" zur Überwachung des Handels- und Waffenembargos gegen Ex-Jugoslawien mit zwei Kriegsschiffen und drei Seefernaufklärern in der Adria.

13. April 1993 - 20. Dezember 1995: Beteiligung an der Durchsetzung des Flugverbots über Bosnien mit 484 Soldaten einschließlich der deutschen Besatzungsanteile in den Awacs-Fernaufklärern.

8. August - 20. Dezember 1995: Unterstützung des Schnellen Einsatzverbandes der Nato zum Schutz der UN-Friedenstruppen in Bosnien.

20. Dezember 1995 - 19. Dezember 1996: Beteiligung an der internationalen Streitmacht zur Umsetzung des Bosnien-Friedensvertrages von Dayton (Ifor) mit rund 4000 Soldaten.

20. Dezember 1996 - 19. Juni 1998: Beteiligung an der Ifor-Folgemission Sfor mit rund 3000 Soldaten.

Seit 2. Dezember 2004: Beteiligung an der EU-Mission mit derzeit knapp 900 Bundeswehrsoldaten.

Kosovo

24. März - 9. Juni 1999: Beteiligung an den Nato-Luftangriffen auf Jugoslawien. Parallel dazu: Beteiligung an der Versorgung von Kosovo-Flüchtlingen in Mazedonien und Albanien.

Seit 12. Juni 1999: Beteiligung an der Kosovo-Friedenstruppe Kfor mit derzeit knapp 2860 der 8500 vom Parlament genehmigten Soldaten.

Mazedonien

29. August 2001 - 15. Dezember 2003: Beteiligung an der zunächst von der Nato und später von der EU geführten Operation zur Entwaffnung der albanischen Rebellen.

Antiterrorkampf

Am 16. November 2001 beschloss der Bundestag, dass deutsche Streitkräfte mit den USA und anderen Staaten der Anti-Terror-Koalition bei der militärischen Bekämpfung des internationalen Terrorismus im Rahmen der Operation "Enduring Freedom" zusammenarbeiten. Seitdem bewachen deutsche Kriegsschiffe den Schiffsverkehr am Horn von Afrika. Zeitweise waren auch etwa 100 Elitesoldaten in den Bergen Afghanistans auf der Jagd nach Terroristen.

Afghanistan

Seit 22. Dezember 2001 beteiligt sich die Bundeswehr an der "International Security Assistance Force" (Isaf), die im Auftrag der Vereinten Nationen die afghanischen Autoritäten beim Aufbau demokratischer Institutionen unterstützt. Derzeit sind rund 2770 Soldaten im Einsatz. Seit 1. Juni 2006 hat die Bundeswehr die Verantwortung für den gesamten Norden übernommen und den Großteil ihrer Truppen von Kabul nach Masar-i-Sharif verlegt.

Sudan

Am 22. April 2005 beschloss der Bundestag eine Beteiligung Deutschlands an der UN-Friedenstruppe. Der Einsatz ist gemäß dem Mandat der Vereinten Nationen auf den Südsudan beschränkt. Die Bundeswehr ist auf eine Einsatzdauer von sechs Jahren eingestellt. Aufgabe ist die Überwachung des Friedensvertrages zwischen der Regierung in Khartum und der Südsudanesischen Volksbefreiungsbewegung. Bereits seit dem 16. Dezember 2004 unterstützt die Bundeswehr die Mission der Afrikanischen Union in der Krisenprovinz Darfur.

Kongo

Am 1. Juni 2006 stimmte der Bundestag der Entsendung von bis zu 760 Bundeswehrsoldaten in den Kongo zu. Die Soldaten überwachen im Rahmen der EUFOR-Mission die ersten demokratischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen seit mehr als vierzig Jahren. Die Mission steht unter dem Kommando des deutschen Generalleutnants Karlheinz Viereck. Rund 300 Bundeswehrsoldaten sind in der Hauptstadt Kinshasa stationiert, der größere Teil hält sich im benachbarten Gabun bereit, um bei Unruhen einzugreifen. Das Mandat ist auf vier Monate beschränkt, gerechnet ab dem Wahltag 30. Juli.

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