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Das einsturzgefährdete Gefängnis in Münster wird geräumt. Die Häftlinge werden in andere Gefängnisse verlegt. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Einsturzgefährdete JVA Münster wird geräumt

Die Räumung läuft: Bis Freitagmittag müssen mehr als 500 Häftlinge das einsturzgefährdete Gefängnis in Münster verlassen. Ein großer logistischer Aufwand. Doch der JVA-Leiter ist zuversichtlich, dass alles wie geplant funktioniert.

Münster (dpa) - Der Notfallplan läuft: Der erste Bus mit Häftlingen ist aus dem einsturzgefährdeten Gefängnis in Münster gerollt - Bis Freitagmittag soll ein Großteil der 515 Insassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) in andere Haftanstalten verlegt werden, viele von ihnen nach Coesfeld (44) und Krefeld (52).

Dafür seien sieben Busse im Einsatz, "die mehrmals hin und her fahren", sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Zusätzlich gebe es auch einige Einzeltransporte. 34 Häftlinge könnten in Münster bleiben - in einem Teil des Gebäudes, der nicht baufällig ist.

In der JVA Münster seien hauptsächlich Kleinkriminelle und Drogenabhängige untergebracht, die zum ersten Mal im Gefängnis sind, sagte der Leiter Carsten Heim. Richtig schwere Fälle seien nicht dabei. Das nordrhein-westfälische Justizministerium koordiniert die Gefangenentransporte und entscheidet, in welche Anstalten wie viele Häftlinge verlegt werden. "Das ist für die Häftlinge auch ein Einschnitt", sagte Heim. "Sie haben hier in Münster eine Arbeit, sind hier zur Schule gegangen. Das ist sehr unglücklich, aber das können wir leider nicht ändern."

Bis Freitagmittag soll das Gelände geräumt sein. Der Gefängnis-Leiter geht wegen des Notfallplans davon aus, dass die Verlegung der Häftlinge reibungslos funktioniert: "Das muss gehen und das wird gehen."

Am Mittwoch hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW das Mietverhältnis mit dem Justizministerium fristlos gekündigt. "Ein aktuelles Gutachten sieht eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein spontanes Versagen der Statik", begründete ein BLB-Sprecher den Schritt. Teile des denkmalgeschützten Gebäudes mitten in der Stadt sind mehr als 160 Jahre alt. Es gehört damit zu den ältesten Gefängnissen in Deutschland.

Für das Justizministerium kam die Entscheidung überraschend: Zwar werde das Gebäude wegen Baufälligkeit seit Monaten mit Sensoren überwacht, noch in der vergangenen Woche habe jedoch kein akuter Handlungsbedarf bestanden, hatte Ministeriumssprecher Marcus Strunk gesagt. "Uns stehen aber genügend Hafträume zur Verfügung", versicherte er.

Der BLB sucht schon seit Jahren vergeblich nach einem Gelände für einen Neubau in Münster. Einen Grundsatzbeschluss für einen Neubau gibt es bereits seit dem Jahr 2012.

Bericht Justizministerium zur JVA Münster vom Mai 2016

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