Video zeigt Naturspektakel

Spektakulärer Eis-Tsunami macht Promenade platt

  • vonJulia Schöneseiffen
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In Russland kam es zu einem seltenen Wetter-Phänomen. Mehrere Passanten filmten das Naturspektakel.

Chabarowsk - In der russischen Stadt Chabarowsk ereignete sich am 22. April ein Natur-Spektakel. Riesige Eisschollen fegten über einen Fußgängerweg am Fluss Amur hinweg. Mehrere Passanten filmten den Eis-Tsunami und stellten die spektakulären Videos ins Netz.
Chabarowsk liegt im Osten Russlands, etwa 25 Kilometer von der Grenze zu China entfernt.

Eis-Tsunami: Eisschollen begraben einen Fußgängerweg im russischen Chabarowsk

In den Wintermonaten kommt es in dieser Region zu Tiefsttemperaturen unter -20 Grad Celsius. Während der strengen Winter friert der Fluss Amur daher komplett zu. Mit den steigenden Frühlingstemperaturen aber begann ein schnelles Auftauen des Flusses. Und so nahm das Spektakel seinen Anfang: Das Wasser konnte wieder seinen Lauf aufnehmen. Durch die Kraft des Wassers und den örtlichen Wind wurde das treibende Eis weggeschoben und schoss über den Gehweg am Ufer des Amur hinweg.

Die riesigen Eismassen bahnten sich danach ihren Weg durch Metallzäune, welche den Aussichtspunkt abgrenzten. Wie ein Tsunami in Zeitlupe begruben die Eisschollen die Promenade. Glücklicherweise scheint niemand verletzt worden zu sein.

Eis-Tsunami zerstört Städte in Kanada und den USA

Eis-Tsunami im Jahr 2019 am Eriesee.

Nicht das erste Mal, dass diese Wetter-Phänomen für ein derartiges Spektakel sorgte: Bereits im Februar 2019 war ein Eis-Tsunami über mehreren Städten in Kanada und den USA hereingebrochen. Die US-Bundesstaaten Michigan, Ohio, Pennsylvania, New York und auch die kanadische Provinz Ontario waren betroffen. Starke Windböen hatten meterlange Eisbrocken über das Ufer des Eriesees geschoben.

Die Macht eines Eis-Tsunamis: Straßen unpassierbar

Der damalige Eis-Tsunami machte ganze Straßen unpassierbar. Es mussten sogar Häuser evakuiert werden, Schulen blieben geschlossen. Der Wind hatte eine Stärke von bis zu 120 km/h. Dabei kam es neben dem Eis-Tsunami zu zerstörten Strommasten, entwurzelten Bäumen und gelösten Dächern. Da scheint der Eis-Tsunami in Russland hingegen fast harmlos gewesen zu sein. Doch trotzdem spektakulär anzusehen. In Deutschland sind glücklicherweise keine Eis-Tsunamis zu erwarten. Dafür treten in deutschen Orten bis zu 40 Gewittern im Jahr auf. (jsch)

Rubriklistenbild: © Twitter-Screenshot/SFGATE

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