1. Startseite
  2. Welt

Eisschrank-Temperaturen in Europa

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Hamburg - Eisschrank-Temperaturen von Schweden bis Spanien: In ganz Europa zitterten Menschen und Tiere in der bisher kältesten Nacht des Jahres bei Minusrekorden um die Wette. Deutschlands Kältepol lag in der Nacht zum Dienstag mit minus 43,6 Grad am Funtensee im Berchtesgadener Land. Doch auch in den ansonsten Sonnen verwöhnten Regionen im Süden Europas litten die Menschen unter der klirrenden Kälte. Am Mittelmeer sanken die Temperaturen in Marseille und Venedig jeweils auf minus sieben Grad.

Die Spanier leiden unter der strengsten Kältewelle seit fast 50 Jahren. In Nordspanien wurden im Pyrenäental Salazar in der Region Navarra nach Angaben des Wetteramts minus 24,8 Grad gemessen. In mehreren Orten in den Regionen Aragonien und La Rioja wurde es minus 18 Grad und in der Umgebung von Madrid minus 10 Grad kalt. Der historische Kälterekord in Spanien liegt bei minus 32 Grad vom Februar 1956.

In Südspanien saßen Hunderte von Menschen bei eisiger Kälte in der Gegend von Granada auf eingeschneiten Autobahnen fest. Viele von ihnen verbrachten die Nacht nach Rundfunkberichten in ihren Fahrzeugen. Etwa 500 Autofahrer und Passagiere von Reisebussen wurden in Raststätten und im Rathaus der Kleinstadt Guadix untergebracht. In den Regionen Asturien und Kastilien-LeÆn waren über 100 Dörfer nach heftigen Schneefällen von der Außenwelt abgeschnitten. In Barcelona behinderten Schnee und Eis den Flugverkehr. In Südspanien wurden die Fährverbindungen zwischen Algeciras und den nordafrikanischen Häfen Ceuta und Tanger wegen Sturms eingestellt.

Auch in Portugal sanken die Temperaturen auf ein Rekordtief. Im Bergland der Serra da Estrela im Zentrum des Landes bibberten die Menschen bei minus 16 Grad, in der Stadt Guarda in Ostportugal bei minus 12 Grad. Nach Angaben der Behörden erlebte Portugal den kältesten März-Beginn seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen.
In Tschechien forderte die Kältewelle ein weiteres Opfer. Ein erfrorener Obdachloser sei in Prag gefunden worden, teilte die Polizei mit. In den vergangenen Tagen waren in Tschechien bereits mindestens zwei Menschen an Unterkühlung gestorben.

In Schweden gab es mit bis zu minus 40 Grad die kälteste Nacht dieses Winters. Mit eisigen Temperaturen bis unter minus 30 Grad litten auch die Menschen in der Schweiz unter der Kälte. Am tiefsten sanken die Werte mit minus 32,4 Grad in Buffalora im Kanton Graubünden, wie Meteorologen mitteilten. Zu schaffen machte die Kälte auch den Schweizerischen Bundesbahnen. Wegen eingefrorener Weichen mussten mehrere Strecken zeitweise gesperrt und Züge umgeleitet werden.

Selbst in den sonst Sonnen verwöhnten süditalienischen Städten Neapel und Bari fiel Schnee, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Im Norden, in einigen Bergregionen von Friaul und Südtirol, wurden Temperaturen bis minus 30 Grad registriert. Nach Angaben der Behörden wird es vorerst bei der "sibirischen Kälte" in Italien bleiben.

Angesichts der frostigen Temperaturen bekamen die Affen im römischen Tierpark Pullover und Wärmflaschen. Das italienische Fernsehen zeigte Bilder von einer kräftigen Orang-Utan-Dame, die sich einen ausgeleierten Pullover überstülpte. Die Zooleitung verteilte außerdem alte Decken und Wärmflaschen an die Tiere. Die Schimpansen wurden mit warmem Tee, Brioche und Keksen versorgt.

In fast allen Regionen Nordgriechenlands behinderte starker Schneefall den Verkehr. Wie das Fernsehen berichtete, schneite es auch in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki. Die meisten Straßen waren nach Angaben der Polizei nur mit Schneeketten zu befahren. Die Schneefälle dehnten sich bis Mittelgriechenland aus. Die Meteorologen rechnen auch für die nächsten Tage mit Sturm und weiterem Schneefall.

Auch interessant

Kommentare