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"El Chapo" war erstmals 2001 aus einem Hochsicherheitsgefängnis getürmt und erst 13 Jahre später wieder gefasst worden. 

Mexiko

"El Chapo"-Festnahme: Harter Schlag gegen Unterwelt

Mexiko-Stadt - Mexikos Regierung sieht das organisierte Verbrechen stark unter Druck. Dafür spreche die jüngste Verhaftung von Drogenbaron Joaquín Guzmán. Bei dessen Auslieferung in die USA gebe es allerdings keinen Grund zur Eile.

Die Festnahme des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán ist nach Einschätzung der Regierung ein harter Schlag für die mexikanische Unterwelt.

Sein Sinaloa-Kartell sei schon seit seiner vorigen Verhaftung im Februar 2014 nicht mehr dasselbe, sagte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitung "La Jornada". Die Behörden würden entschlossen gegen die finanzielle und logistische Struktur des Verbrechersyndikats vorgehen.

"El Chapo" war erstmals 2001 aus einem Hochsicherheitsgefängnis getürmt und erst 13 Jahre später wieder gefasst worden. Im Juli vergangenen Jahres brach er erneut aus einer Haftanstalt aus. Am Freitag vor einer Woche wurde er im Westen des Landes von Marineinfanteristen erneut gestellt. "Beim letzten Mal haben wir 13 Jahre gebraucht (um ihn festzunehmen). Diesmal brauchten wir nicht so lange, weil sein Netzwerk geschwächt ist", sagte Osorio Chong.

Der Innenminister sieht das organisierte Verbrechen generell auf dem Rückzug. Das einst mächtigste Verbrechersyndikat "Los Zetas" sei nach einer Reihe von Festnahmen und Tötungen ihrer Anführer weitgehend "pulverisiert". Und auch das Kartell Jalisco Nueva Generación, das die USA als eine der mächtigsten kriminellen Gruppen des Landes ansehen, stehe unter massivem Druck.

Bei der angestrebten Auslieferung von "El Chapo" dränge die US-Regierung nicht zur Eile. "Das Thema erscheint nicht als Priorität. Sie haben (die Auslieferung) beantragt, und wenn das juristische Verfahren abgeschlossen ist, haben wir kein Problem damit", sagte Osorio Chong.

Die USA werfen dem Chef des Sinaloa-Kartells unter anderem Mord, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Geldwäsche vor und haben seine Auslieferung beantragt. Zuletzt war gemutmaßt worden, dass Mexiko den mächtigsten Drogenhändler der Welt nicht überstellen will, da er gegenüber den US-Behörden über seine Kontakte zu mexikanischen Beamten und Politikern sprechen könnte.

Osorio Chong trat dieser Vermutung entgegen. "Wenn er etwas über seine Komplizen enthüllt, hat diese Regierung kein Problem damit. Er soll anzeigen, wenn er anzeigen will. Es ist bestimmt niemand aus dieser Regierung", sagte der Innenminister. "Wir haben bewiesen, dass wir uns an das Gesetz halten."

Auf der Flucht hatte "El Chapo" den US-Schauspielern Sean Penn und Kate del Castillo ein Interview gegeben. Das hatte die Ermittler nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft auf die Spur des untergetauchten Kartellchef gebracht. Osorio Chong sagte allerdings: "Das sehe ich nicht so. Wie einfach wäre es dann, alle Verbrecher festzunehmen."

Der Innenminister schrieb den Fahndungserfolg der guten Geheimdienstarbeit zu. "Sie haben niemals seine Spur verloren, haben seine Flucht verfolgt, seit er aus dem Gefängnis ausgebrochen war", sagte er. "Zu sagen, er sei von seiner eigenen Eitelkeit überführt worden, wird der Arbeit der Ermittler nicht gerecht."

dpa

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