Global spürbare Auswirkungen

Wetter-Phänomen El Nino kommt 2020 zurück - weltweit drohen dramatische Folgen

Das Wetter-Phänomen El Nino wird nach Forscher-Angaben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 2020 erneut auftreten. Die Auswirkungen werden extrem.

  • Das Wetterphänomen El Nino wird 2020 sehr wahrscheinlich wieder auftreten.
  • Die Auswirkungen werden in der Folge global zu spüren sein. 
  • Es kann zu Überschwemmungen und extremen Dürren kommen.
  • Die allgemeine Klimaveränderung verstärkt die Effekte von El Nino.

Unser Artikel vom 5. November 2019: Gießen/Potsdam - Nach der Einschätzung von Forschern wird das Wetter-Phänomen El Nino sehr wahrscheinlich im Jahr 2020 erneut auftreten. Für ihre Berechnungen nutzten sie eine neue Methode - zuvor war es nicht möglich das bedrohliche Wetter-Phänomen so früh vorauszusagen.

Wie die Universität Gießen mitteilt, beruhen die El-Nino-Prognosen von Forschern aus Deutschland und Israel auf einem Algorithmus, der die Lufttemperaturen im Pazifikraum analysiert. Dadurch ließe sich das Wetter-Phänomen wesentlich früher vorhersagen, als zuvor. Schon bei den beiden letzten El-Nino-Ereignissen konnten demnach mittels des Algorithmus frühzeitig und korrekt vorausgesagt werden.

Wetter-Phänomen El Nino soll 2020 wieder kommen - mit dramatischen Folgen

El Nino tritt in unregelmäßigen Abständen, ungefähr aber alle vier Jahren auf. Ausgelöst wird das Wetter-Ereignis durch wärmere Wassertemperaturen im tropischen Pazifik. Das verändert die Luft- und Meeresströmungen und beeinflusst so weltweit die Wetterbedingungen. Die dramatischsten Folgen sind extreme Klima-Schwankungen an den Rändern der Ozeane. So kann El Nino Überflutungen in Südamerika und extreme Dürren in Australien, sowie Nordafrika, und Missernten in Indien auslösen.

„Die konventionellen Methoden sind nicht zu einer verlässlichen El-Nino-Prognose mehr als sechs Monate im Voraus in der Lage“, sagte der beteiligte Gießener Physiker Armin Bunde. Allerdings könne eine frühere Prognose Landwirten in Südamerika, Asien und Australien helfen, sich auf die möglichen Folgen besser vorzubereiten.

In Deutschland erleben die Menschen derweil einen rekordwarmen Dezember.

Wetter-Phänomen El Nino kommt 2020 zurück - neues Modell sagte Wetter-Phänomen bereits zweimal voraus

Das neue verwendete Modell erlaubt die Vorhersage, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent El Nino im kommenden Jahr erneut auftreten werde, schreiben die Forscher um Josef Ludescher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Beteiligt war auch die israelische Bar-Ilan Universität.

Die Forschergruppe nutzte für ihre Methode, über die sie bereits im Jahr 2013 berichtet hatte, ein Netzwerk aus atmosphärischen Temperaturdaten im tropischen Pazifik. Das Verfahren bestimmt den Wissenschaftlern zufolge, wie die Temperaturen im Kerngebiet von El Nino in Äquatornähe mit denen außerhalb dieser Region verknüpft sind - und gibt Alarm, sobald die Verknüpfungsstärke eine bestimmte Schwelle überschreitet.

Wetter-Phänomen El Nino verstärkt sich: Klimawandel macht Folgen noch dramatischer

„Der Algorithmus ist relativ einfach und kommt ohne die großen globalen Klimamodelle aus“, erläuterte Bunde. Lediglich die Temperaturdaten in der Pazifikregion gingen in die Berechnungen ein. Über die Stärke von El Nino können die Wissenschaftler noch keine Aussage treffen: „Wir forschen im Augenblick daran, auch die Stärke vorherzusagen.“

Allgemein haben andere Forscher allerdings herausgefunden, dass sich El Nino durch den allgemeinen Klimawandel - vor allem durch die allgemein steigenden Wassertemperaturen - verstärkt. Auch die Klima-Folgen durch das Wetterphänomen werden dadurch stärker.

Nach klaren Tagen steht beim Wetter in Deutschland nun eine Kehrtwende an.

Auf einer Forschungsstation beobachteten Biologen ein seltsames Wetter-Phänomen: Schnee blieb bis in den Sommer liegen. Die Folgen sind global.

Nach dem Wintereinbruch mit Glätte und Frost droht nun eine Eisregenfront, über der Bundesrepublik hereinzubrechen. 

rjs/dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Rungroj Yongrit

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