Elfenbeinküste steht vor "Völkermord"

New York - Die Lage in der Elfenbeinküste spitzt sich dramatisch zu: Der UN-Botschafter warnt vor einem "Völkermord" im Zuge des Machtkampfs im westafrikanischen Staat.

Der Machtkampf im westafrikanischen Staat Elfenbeinküste droht nach Angaben des UN-Botschafters Youssoufou Bamba sich in ein neues Blutvergießen auszuweiten. “Wir stehen am Rande eines Völkermordes“, warnte Bamba bei den Vereinten Nationen in New York am Mittwoch (Ortszeit), wie die BBC berichtete. Die internationale Staatengemeinschaft müsse dies verhindern. Der Diplomat war kürzlich vom international unterstützten Sieger der Präsidentenwahl, Alassane Ouattara, zum UN-Botschafter ernannt worden.

Nach Angaben Bambas seien bei den jüngsten Unruhen nach der Stichwahl von Ende November 172 Menschen ums Leben gekommen. Ein Ende der Gewalt sei nicht abzusehen.

Während die Regierungstruppen weiterhin dem abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo die Treue halten, kann sich Ouattara auf die ehemaligen Rebellen des 2003 beendeten Bürgerkriegs stützen. Die westafrikanische Staatengemeinschaft Ecowas war am Dienstag mit dem Versuch gescheitert, in der Elfenbeinküste zu vermitteln. Eine Ecowas-Delegation konnte Gbagbo auch durch Androhung einer Militärintervention nicht zum Rücktritt bewegen. Die Staatschefs von Benin, Sierra Leone und den Kapverdischen Inseln wollen Anfang kommender Woche die Gespräche in Abidjan fortsetzen.

Zuletzt hatte auch die Europäische Union ihren Druck auf den abgewählten Präsidenten erhöht. Sie weitete ihre Liste mit Einreiseverboten gegen Gbagbo und sein Regime von bisher 19 auf 61 Personen aus. Deren Vermögen in Europa sollten bald eingefroren werden, berichtete die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel.

dpa

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