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Ende der Kämpfe in Nadschaf nach Friedensabkommen

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- Nadschaf - Die Milizionäre des radikalen Predigers Muktada el Sadr haben am Freitag auf Befehl ihres Anführers die Imam-Ali- Moschee im Zentrum von Nadschaf geräumt. In der schiitischen Pilgerstadt wurde erstmals seit drei Wochen nicht mehr gekämpft.

Zusammen mit zehntausenden Pilgern verließen die Milizionäre der «Mahdi-Armee» den heiligen Bezirk, wobei sie von den irakischen Sicherheitskräften weitgehend unbehelligt blieben. In der Moschee blieben mehrere Leichen und Schwerverletzte zurück. Eine vollständige Entwaffnung der Milizionäre fand nicht statt.

El Sadr hatte sich am Vorabend mit Großajatollah Ali el Sistani auf ein Friedensabkommen geeinigt. Darin werden Nadschaf und das benachbarte Kufa zu waffenfreien Zonen erklärt. Die Polizei soll dort die Kontrolle übernehmen. Die amerikanischen Soldaten werden in dem Abkommen aufgefordert, die Region zu verlassen. Die Übergangsregierung, die dem Abkommen in der Nacht ebenfalls zustimmte, soll die Bürger von Nadschaf für die durch die Gefechte entstandene Zerstörung entschädigen.

Der arabische Nachrichtensender El Arabija berichtete, die Sadr-Anhänger hätten die Schlüssel zum heiligen Schrein des Imam Ali am Freitagmittag den Religionsgelehrten um El Sistani übergeben. Nach dem Rückzug der Kämpfer und US-Soldaten bot sich in der Innenstadt von Nadschaf ein Bild der Verwüstung. Von einigen Häusern standen nur noch Betonpfeiler. Der Direktor der städtischen Gesundheitsbehörde, Falah el Muhanna, sagte, bislang seien unter den Trümmern der Häuser in der Altstadt 16 Leichen geborgen worden.

US-Präsident George W. Bush hat erstmals eingeräumt, bei der Invasion im Irak die Lage in dem arabischen Land falsch beurteilt zu haben. In einem am Freitag veröffentlichten Interview der Tageszeitung «The New York Times» sprach Bush von einer «Fehleinschätzung» der Nachkriegsbedingungen.

In Rom löste die Ermordung des 56-jährigen italienischen Journalisten Enzo Baldoni durch Extremisten im Irak Bestürzung und Empörung aus. Ministerpräsident Silvio Berlusconi betonte jedoch, Italien werde seine Truppen nicht aus dem Irak abziehen. Baldonis Entführer hatten Italien zuvor ein 48-stündiges Ultimatum gestellt, alle Soldaten aus dem Irak abzuziehen - andernfalls würden sie die Geisel töten. Dem arabischen TV-Sender El Dschasira war in der Nacht zum Freitag nach eigenen Angaben ein Video zugespielt worden, auf dem der Mord zu sehen war. Eine kuwaitische Transportfirma erklärte am Freitag, sie wolle auf die Forderung der Entführer von sieben ihrer Lastwagenfahrer im Irak eingehen und ihre Arbeit im Nachbarland einstellen. Das sagte eine Sprecherin der Firma dem Nachrichtensender El Arabija. Die Gruppe «Geheime Islamische Armee/Schwarzes Banner» hat drei Inder, drei Kenianer und einen Ägypter in ihrer Gewalt.

Bei einem Autobombenanschlag auf einen US-Militärkonvoi in der nordirakischen Stadt Mossul wurden am Freitag nach amerikanischen Armeeangaben ein Soldat und zehn Iraker verletzt. In Bagdad soll in der Nacht laut El Arabija ein Iraker getötet worden sein, als eine US-Patrouille das Feuer eröffnete, nachdem sie von Aufständischen angegriffen worden war.

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