Entführter irakischer Bischof frei

- Bagdad/Kairo/Rom - Nach knapp 24 Stunden Geiselhaft haben unbekannte Entführer am Dienstag den irakischen Bischof Basile Georges Casmoussa wieder freigelassen. Das Oberhaupt der mit Rom verbundenen syrisch-katholischen Kirche im Irak war vor einer Kirche in Mossul überfallen und verschleppt worden.

Ein Lösegeld sei nicht gezahlt worden, berichtete die katholische Missionsagentur Misna. Unterdessen wurde die Entführung von acht chinesischen Arbeitern bekannt. Angesichts der eskalierenden Gewalt kündigte der Irak zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für die Wahlen am 30. Januar an.

Bei blutigen Zwischenfällen kamen unterdessen wieder mindestens 16 Menschen ums Leben. Allein im so genannten Todesdreieck südlich von Bagdad töteten Extremisten vier irakische Polizisten und entführten 13 weitere Sicherheitsbeamte. Bei der Explosion einer Autobombe vor einem Büro der Schiiten-Partei SCIRI in Bagdad riss ein Selbstmordattentäter vier Iraker mit in den Tod.

Aus Kirkuk im Nordirak wurde der Tod von zwei turkmenischen Menschenrechtsaktivisten bei einem Attentat gemeldet. In der westlichen Unruheprovinz Anbar kamen nach US-Militärangaben drei Marineinfanteristen bei Gefechten ums Leben. Augenzeugen berichteten am Dienstag, Unbekannte hätten in der südirakischen Stadt Basra zwei Kandidaten der Wahlliste von Übergangsministerpräsident Ijad Allawi ermordet.

Wer hinter der Geiselnahme des 66-jährigen Bischofs steckt, war unklar. Unmittelbar vor der Freilassung des Geistlichen hatte es geheißen, die Entführer verlangten ein Lösegeld von 200 000 Dollar. Der Bischof sagte nach Angaben italienischer Medien: «Ich glaube, dass meine Entführung ein Zufall war. Es scheint mit nicht so, als hätten die Geiselnehmer damit die Kirche treffen wollen.» Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira strahlte am Dienstag ein Video aus, das acht chinesische Geiseln zeigt, die von Bewaffneten in Schach gehalten werden. Nach Angaben des Senders drohen die Kidnapper mit der Ermordung der Asiaten innerhalb von 48 Stunden. Sie werfen ihnen vor, für die US-Truppen im Irak Güter transportiert zu haben.

Nach Angaben der Wahlkommission sollen wegen der Parlaments- und Regionalwahlen vom 29. bis zum 30. Januar alle Grenzen zu den Nachbarländern geschlossen werden. Außerdem würden die Ausgangssperren ausgeweitet und ein Fahrverbot erlassen. Zum Schutz der Wähler sind die drei Tage um den Wahltermin außerdem zu Feiertagen erklärt worden, an denen die Geschäfte geschlossen bleiben. Rund um die Wahllokale gilt ein Fahrverbot.

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