Weil sie nicht in die Schule wollten

Schülerinnen täuschen Entführung vor

Köln - Am Mittwochmorgen hat eine Mutter bei der Polizei angerufen. Ihre Tochter und deren Freundin hätten gerade eine Entführung beobachtet. Der anschließende Großeinsatz der Polizei war aber umsonst.

Es ist eine Schreckensmeldung für jedes Polizeipräsidium. Am Mittwochmorgen rief die Mutter zweier Schülerinnen (12 und 15) in Köln den Notruf, weil die Mädchen behaupteten, gesehen zu haben, wie ein kleines Mädchen von einem Mann geschlagen und ins Auto gezerrt wurde. Das berichtet der Kölner Express.

Eine genaue Beschreibung lieferten die zwei Zeuginnen auch. Der Mann war ungefähr zwei Meter groß, das Kind hatte eine pinke Jacke und trug einen dunklen Rucksack. Außerdem hatte das etwa fünfjährige Mädchen schwarze Haare. Das Auto hatte ein Kölner Kennzeichen und verdunkelte Scheiben. Die Polizeibeamten starteten sofort einen Großeinsatz: Hubschrauber, Befragung an allen Schulen und Kindergärten in der Umgebung und 100 Polizisten, die die Gegend durchforsteten.

Doch das war alles umsonst: Die beiden 12 und 15 Jahre alten Mädchen hatten gelogen, weil sie nicht in die Schule gehen wollten. "Sie hatten schon zwei Schultage zuvor geschwänzt und waren jetzt am dritten Tag der einen Mutter in die Arme gelaufen", so ein Ermittler gegenüber dem Kölner Express. Um einer Bestrafung zu entgehen, erfanden die beiden Mädchen die Entführungsgeschichte. Diese flog aber auf, weil sie sich in den Vernehmungen in Ungereimtheiten verstrickten und nach sechs Stunden die Wahrheit zugaben. Die Kriminalbeamten prüfen nun, wer für den Großeinsatz aufkommen muss. Außerdem ermitteln sie wegen Vortäuschung einer Straftat.

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Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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