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USA entlassen neun Gefangene aus Guantánamo Bay

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Washington - Die USA haben neun Gefangene aus dem US-Lager Guantánamo Bay in Kuba entlassen. Weitere 65 Häftlinge sollen demnächst auf freien Fuß kommen oder an andere Länder überstellt werden, wie das Pentagon am Freitag (Ortszeit) mitteilte. Danach wurden fünf der neun Häftlinge nach Afghanistan entlassen, drei in den Sudan und einer nach Marokko.

Der Schritt spiegele den Wunsch der USA wider, keinen Gefangenen länger festzuhalten als notwendig, hieß es in der Mitteilung des US- Verteidigungsministeriums. Die Maßnahme unterstreiche auch, dass die Verfahren zur Prüfung jedes Einzelfalls weitergingen, "während die Feindseligkeiten anhalten", erklärte das Pentagon mit Bezug auf anhaltende Terror-Aktivitäten beispielsweise in Afghanistan.

Im Zuge dieser Prüfungen wurde dem Ministerium zufolge auch die Freilassung oder Überstellung der 65 weiteren Häftlinge an andere Länder beschlossen. Derzeit fänden Gespräche zwischen den USA und diesen Ländern statt. Insgesamt hätten seit 2002 mehr als 500 Häftlinge das Lager verlassen und befänden sich nun in rund 30 verschiedenen Ländern. Insgesamt würden zurzeit noch etwa 270 Terrorverdächtige in Guantánamo Bay festgehalten.

Eine Kommission im Lager schätzt jedes Jahr den "Status" jedes einzelnen Gefangenen neu ein. Dabei wird US-Angaben zufolge beispielsweise geprüft, ob der jeweilige Häftling noch eine Gefahr für die USA oder andere Länder darstellt und ob er in Verhören noch wichtige Informationen liefern könnte.

Über die Identität der neun Entlassenen machte das Pentagon keine Angaben, aber das US-Außenministerium bestätigte, dass sich unter ihnen ein sudanesischer Kameramann des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira befindet. Der Sender hatte die Entlassung bereits zuvor selbst bekanntgegeben. Danach befand sich Sami Moheddine el Hadsch als mutmaßliches El-Kaida-Mitglied seit Januar 2002 in US- Gewahrsam. Vor 16 Monaten sei er in den Hungerstreik getreten und seitdem zwangsernährt worden.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tom Casey, sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass sich der Kameramann oder einer der anderen acht Entlassenen zu diesem Zeitpunkt in ihren Ländern in Haft befänden. dpa ch xx z2 bi/mo

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