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Die Illustration zeigt den Exoplanet vor seinem Heimatstern. Für Leben ist es dort zu heiß - es herrscht eine Hitze wie in einem Backofen. Illustration: Zach Berta-Thompson Foto: Zach Berta-Thompson

Erdähnlicher Planet in kosmischer Nachbarschaft gefunden

Forscher haben einen Gesteinsplaneten entdeckt, der der Erde relativ nahe ist. Er ist allerdings zu heiß, um bewohnbar zu sein. Die Heimat dieses erdähnlichen Exoplaneten ist ein roter Zwergstern.

Cambridge (dpa) - Astronomen haben den bislang nächsten erdähnlichen Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems aufgespürt.

Der sogenannte Exoplanet mit der Katalognummer GJ 1132b liege in unserer direkten kosmischen Nachbarschaft und sei in etwa so groß und massereich wie die Erde, berichten die Forscher um Zachory Berta-Thompson vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) im britischen Fachblatt "Nature".

Für Leben ist es auf dem fernen Planeten zu heiß - es herrscht dort eine Hitze wie in einem Backofen. Seine vergleichsweise niedrigen Temperaturen könnten aber immerhin eine stabile Atmosphäre erlauben, die sich mit irdischen Teleskopen untersuchen ließe.

Die Heimat des Exoplaneten ist ein roter Zwergstern, der 39 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt liegt. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht fast zehn Billionen Kilometern. "Unsere Galaxie erstreckt sich über 100 000 Lichtjahre. Dies ist also definitiv ein sehr naher Stern aus der solaren Nachbarschaft", erläuterte Berta-Thompson in einer MIT-Mitteilung.

Der Planet kreist in nur 2,25 Millionen Kilometern Entfernung sehr eng um seinen Heimatstern - und damit 25 Mal dichter als der Merkur als innerster Planet unseres Systems um die Sonne. Alle 1,6 Tage zieht der Exoplanet von der Erde aus gesehen vor seinem Heimatstern vorbei und schattet ihn damit ein wenig ab. Durch diese regelmäßige Mini-Finsternis haben die Astronomen den Planeten entdeckt. Sie verdunkelt den Stern jedes Mal um 0,3 Prozent, was den Forschern die Größe des Planeten verriet.

Zudem zieht der Planet mit seiner Schwerkraft an seinem Heimatstern, der dadurch leicht hin- und herschwankt. Aus der Stärke der Schwankung ließ sich die Masse des Exoplaneten berechnen. GJ 1132b ist demnach 16 Prozent größer als die Erde und besitzt 60 Prozent mehr Masse. Er hat also eine ähnliche Dichte und muss daher ebenfalls ein Gesteinsplanet sein.

Obwohl der rote Zwergstern von GJ 1132b nur ein Fünftel so groß ist wie unsere Sonne und lediglich ein Zweihundertstel so viel Licht abstrahlt, wird es auf dem Exoplaneten durch die enge Umlaufbahn mit 230 Grad Celsius so heiß wie in einem Backofen. "Er ist zu heiß, um bewohnbar zu sein - es gibt keine Chance für flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche. Aber er ist viel kühler als die anderen Gesteins-Exoplaneten, die wir kennen", berichtete Berta-Thompson.

Die Forscher nehmen daher an, dass GJ 1132b eine Atmosphäre ähnlich der Venus in unserem Sonnensystem besitzen könnte, die sich dank der vergleichsweise geringen Entfernung mit Teleskopen analysieren ließe. "Unser größtes Ziel ist die Entdeckung eines Zwillings der Erde", betonte Ko-Autor David Charbonneau vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik (CfA). "Auf dem Weg dahin haben wir einen Zwilling der Venus entdeckt."

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