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Ein Erdbeben erschütterte die italienische Region Toskana

Erdbeben erschüttert Norditalien

Florenz - Ein Erdbeben der Stärke 5,2 hat am Freitag weite Teile Norditaliens erschüttert. Über Schäden oder Verletzte ist bisher noch nichts bekannt.

Mehr Schrecken als Schaden hat ein Erdbeben der Stärke 5,2 am Freitagmittag in Norditalien hervorgerufen. Das Zentrum des Stoßes lag in fünf Kilometern Tiefe in der Nähe von Lucca und Massa in der nördlichen Toskana, wie das nationale Institut für Erdbeben und Vulkanologie (Ingv) mitteilte. An einer Reihe von Häusern ist leichter Schaden entstanden, auch wurden einige Gebäude vorsorglich evakuiert, es gab einen Verletzten. Das berichteten die Feuerwehren und Behörden. Die Überprüfungen gingen den ganzen Tag weiter. Doch da war eines schon klar - es hätte auch weitaus schlimmer kommen können.

Seismische Erschütterungen durch das Beben waren noch in Genua, Turin und Mailand zu spüren, also von Ligurien und Piemont im Westen über Südtirol bis nach Venetien. An vielen Orten vor allem in der Toskana liefen Menschen erschrocken auf die Straßen. Feuerwehr und Polizei erhielten Hunderte Anrufe besorgter Bürger, die sich nicht mehr in ihre Häuser trauten. Mehr als 20 Nachbeben bis zur Stärke 4,0 wurden in der Toskana registriert - und steigerten die Furcht noch.

Während die Sommerurlauber an den beliebten Küsten Liguriens und der Toskana die heißen Temperaturen bei azurblauem Himmel genossen, stellte sich die Präfektur des „Marmor-Zentrums“ Massa Carrara ein paar Kilometer landeinwärts vorsorglich auf Schlimmeres ein. „Das ist ein ganzer seismischer Schwarm, der in Entwicklung ist“, teilte sie mit und bereitete Zelte und Feldbetten vor - für all jene, die aus Angst vor den Nachbeben die Nacht nicht in ihrem Haus bleiben wollen. Mehrere Hundert könnten so jetzt auf einer Liege im Zelt schlafen. Auch andere Gemeinden der Region richteten „Empfangszentren“ ein.

Nördlich der reizvollen Puccini-Stadt Lucca ziehen sich die auch bei Urlaubern geschätzten Apuanischen Alpen hin mit der Lunigiana, in dem Grenzgebiet von Toskana und Ligurien. Hier vor allem bangten die Bewohner, befürchteten einen womöglich folgenschweres zweites Beben. Hier hatte es Schäden an Häusern gegeben, in Regnano di Casola war auch ein Kirchlein betroffen. Und nahe dem Epizentrum löste das Beben bei dem Weiler Equi Terme der Gemeinde Fivizzano einen Erdrutsch aus, der die Siedlung isolierte. Die Feuerwehr musste die Straße wieder freiräumen.

Während bei Lucca zeitweise einige Züge nicht fahren konnten, gab eine nicht weit entfernte Kulturmetropole Entwarnung. „Kein Problem“ gebe es bei den weltbekannten Museen von Florenz, der Hauptstadt der Toskana, hieß es. Das ließ jene erleichtert aufatmen, die sich noch daran erinnerten, welchen kulturellen Flurschaden das Erdbeben bei L'Aquila in den Abruzzen vor gut vier Jahren angerichtet hatte. Ein Erdbeben, bei dem auch mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen sind.

Erst im Mai 2012 hatte ein Beben der Stärke 6,0 in der nordöstlich der Toskana gelegenen Emilia-Romagna mehrere Menschen getötet sowie Tausende obdachlos gemacht. Verständlich, dass der neue Stoß sofort die Erinnerung an die angstvollen Tage und Nächte damals wachrief. Auch wenn die Italiener wohl wissen, dass sie mit dem Naturphänomen leben müssen, das bereits so manche Stadt zum Einsturz gebracht hat.

dpa

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