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Seismograph einer Erdbebenwarte. Ein Erdbeben der Stärke 4,2 hat das Vogtland erschüttert. Foto: Oliver Berg/Archiv

Grenzregion zu Tschechien

Ungewöhnlich starkes Erdbeben erschüttert das Vogtland

Schwarmbeben sind im Vogtland nichts Ungewöhnliches. Eine besonders starke Erschütterung schreckte am späten Montagabend dennoch die Menschen in der Grenzregion zwischen Tschechien, Sachsen und Bayern auf.

Cheb (dpa) - Ein für die Region ungewöhnlich starkes Erdbeben hat am späten Montagabend das Vogtland erschüttert. Obwohl das Epizentrum im Nordwesten Tschechiens lag, waren die Auswirkungen bis weit nach Bayern und Sachsen hinein zu spüren.

Viele Menschen schreckten in der Grenzregion kurz nach elf Uhr abends hoch. "Ich habe Fernsehen geschaut und plötzlich gespürt, wie sich auf einmal das Sofa bewegt, außerdem war draußen ein Knall zu hören", sagte ein Augenzeuge dem tschechischen Rundfunk.

Die Stärke des Bebens um 23.04 Uhr lag nach Daten des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam bei 4,2. Seismologen der Akademie der Wissenschaften in Prag gingen am Dienstag von einer Stärke von 3,8 aus. Weil der Erdbebenherd in einer geringen Tiefe von nur 6,7 Kilometern gelegen habe, sei die Erschütterung in der Grenzregion dennoch deutlich zu spüren gewesen, hieß es.

Das Epizentrum befand sich demnach bei Novy Kostel (Neukirchen), rund 20 Kilometer nördlich von Cheb (Eger) und zehn Kilometer östlich von Bad Brambach in Sachsen. Das Vogtland ist bekannt für seine Schwarmbeben. Das sind wochen- oder monatelange Perioden seismischer Tätigkeit. Die jetzige aktive Phase begann am 10. Mai.

Monique Windisch, Assistentin des Bürgermeisters im sächsischen Kurort Bad Elster, kann sich an viele kleine Beben im Vogtland erinnern: "Normalerweise hört man ein dumpfes Grollen, so als würde ein Lkw näher kommen. Er fährt dann aber nicht am Haus vorbei, sondern gefühlt unter dem Haus hindurch."

Die aktuelle Erschütterung schreckte zahlreiche Menschen in den grenznahen Region Oberfrankens und der Oberpfalz auf. Beim Geophysikalischen Observatorium im bayerischen Fürstenfeldbruck gingen rund 150 Meldungen aus der Bevölkerung ein. "Es war das heftigste Ereignis im derzeitigen Schwarm", sagte der Geophysiker Joachim Wassermann. Über Sachschäden wurde zunächst nichts bekannt.

Ein Ende der Beben ist vorerst nicht absehbar. "Sollte sich die seismische Aktivität noch steigern, kann es durchaus auch zu kleineren Schäden kommen", warnte die tschechische Seismologin Jana Doubravova. Die stärksten Beben gab es in der Region Mitte der 1980-er Jahre. Damals erreichten sie  eine Stärke von 4,6 - Schornsteine fielen ein, Mauern bekamen Risse.

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