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Gewaltiger Erdrutsch in Indien.

23 Tote nach Schlammlawine

Erdrutsch in Indien - 150 Menschen vermisst

Mumbai - Ein Dorf in Indien wurde von einer Schlammlawine fast vollständig ausgelöscht. Helfer suchen mit Baggern - doch Hoffnung, Überlebende zu finden, haben sie kaum noch.

Nach dem verheerenden Erdrutsch in einem Dorf in Indien befürchten die Helfer mehr als 150 Tote. Bis Donnerstag, einen Tag nach der Katastrophe im Westen des Landes, wurden nach offiziellen Angaben zunächst 31 Leichen in der meterhohen Schicht aus Schlamm und Geröll gefunden. „Mehr als 35 Stunden nach dem Unglück ist es unwahrscheinlich, dass wir noch jemanden der etwa 120 bis 150 Verschütteten finden“, sagte Lokalregierungssprecher Ganesh Patil.

In der Nähe des Unglücksortes Malin in der Gebirgskette Sahayadri wurde eine provisorische Einäscherungsstätte errichtet und die ersten Leichen verbrannt, wie der Sender NDTV berichtete. Andauernder starker Monsunregen behindere die Arbeiten der Bergungsteams und habe einen zweiten, kleineren Erdrutsch ausgelöst. Der Fluss im Tal schwoll stark an - Helfer standen an seinem Ufer und hielten nach Leichen Ausschau, die möglicherweise aus den Schlammmassen herausgespült worden sein könnten.

Ein Mann erzählte der Zeitung „Times of India“, er sei gerade im Badezimmer gewesen, als sein Schwager gerufen habe, alle sollten sofort aus dem Haus rennen. „Doch ehe ich verstand, was passierte, war der Erdrutsch schon da“, sagte er. Er sei unter einer herausgerissenen Tür eingeschlossen gewesen. „Dadurch entstand Platz, so dass ich atmen konnte.“

Andere Bewohner des Dorfes hatten laut der Zeitung Glück, weil sie am Morgen ihre Kinder zur Bushaltestelle an einer nahegelegenen Straße brachten, als die Schlammlawine ihre Häuser traf.

Nur acht Menschen konnten nach offiziellen Angaben lebend geborgen werden. Mit den Worten „Gott hilft den Mutigen“ versuchte ein Mitglied des nationalen Katastropheneinsatzteams im Sender NDTV, Zuversicht zu verbreiten. Die Arbeit sei wegen der Gefahr weiterer Hangabrutsche für die Hunderten Helfer sehr gefährlich.

In den vergangenen Jahren sei der Wald in der betroffenen Region durch immer neue Siedlungen und Industriegebiete abgeholzt worden, was den Boden instabil gemacht habe, berichtete die Zeitung „Mumbai Mirror“. Umweltforscher hätten schon lange davor gewarnt, dass Katastrophen passieren könnten.

„Der Straßenbau in den Bergen und das Anlegen von immer neuen Terrassen für die Landwirtschaft mit schwerem Gerät hat das Ökosystem in den vergangenen Jahren geschwächt“, erklärte Jay Samant von der Gesellschaft für Nationale Naturgeschichte Bombay der Zeitung.

In Indien ist gerade Monsunzeit. Auch in den nördlichen Bundesstaaten Uttarakhand und Himachal Pradesh kam es in den vergangenen Wochen zu zahlreichen Erdrutschen. In der Metropole Mumbai, die etwa 200 Kilometer von dem Dorf entfernt liegt, kam laut IANS bei einem Hangabrutsch ein fünfjähriger Junge ums Leben.

dpa

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