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Der Erdrutsch in Nepal richtete griße Schäden an.

Traurige Gewissheit

Erdrutsch in Nepal forderte 156 Todesopfer

Kathmandu - Es gibt keine Hoffnung mehr, noch Überlebende nach dem Erdrutsch in Nepal zu finden. Fast 160 Menschen wurden in den Tod gerissen. Und noch ist die Bedrohung nicht vorbei.

Vier Tage nach dem gewaltigen Erdrutsch in Nepal geht die Regierung des Himalaya-Landes von 156 Toten aus. „Wir haben es nur geschafft, 34 Leichen zu bergen“, sagte Gopal Parajuli, Verwaltungschef des Distrikts Sindupalchowk, am Mittwoch. Ein ganzer Berghang war in der Nacht zum Samstag in ein Tal etwa 90 Kilometer östlich der Hauptstadt Kathmandu gerutscht und hatte fast ein ganzes Dorf begraben. Auch stauen die Erd- und Steinmassen seit Tagen den Fluss Sunkoshi auf.

Alle Versuche, den dadurch entstandenen kilometerlangen Stausee ablaufen zu lassen, schlugen bislang fehl. Beobachter fürchten, dass der See das Tal noch sehr lange blockieren wird, weil die Erdmassen sich über Hunderte Meter Breite erstrecken und kaum zu beseitigen sind. Dutzende Häuser sowie fünf kleine Wasserkraftwerke wurden durch den See überflutet. Auch die für den Handel extrem wichtige Arniko-Überlandstraße ist verschüttet, wodurch Nepal auf dem Landweg von China abgeschnitten ist.

Händler befürchten riesige Einbußen. Nach Berechnungen des Internationalen Zentrums für Ganzheitliche Bergentwicklung (ICIMOD) werden über die Straße täglich normalerweise Waren im Wert von fast 300 000 Euro umgeschlagen. Es sei völlig unklar, wann der Fluss die Erdmassen wegspüle. Auf aktuellen Bildern ist zu sehen, dass sich das Wasser an der niedrigsten Stelle des bis zu 90 Meter hohen Erd-Damms einen Weg gesucht hat und nun über den Damm hinwegfließt.

In Indien werden die Evakuierungen gestoppt

Im Nachbarland Indien wird das Risiko, dass der Damm bricht, nicht mehr so hoch eingestuft. „Wir haben beschlossen, alle Evakuierungen zu stoppen, und die Leute zu bitten, in ihre Häuser zurückzukehren“, sagte Vyasji, Chef der Katastrophenrettung im Bundesstaat Bihar. Kurzzeitig seien 114 000 Menschen in Sicherheit gebracht gewesen. „Alle wissen, dass sie im Notfall sofort in die Notunterkünfte zurückkehren müssen“, sagte Vyasji weiter.

Auch in Nepal schauten die Menschen nach ihren Häusern. Manche, so wie das von Kami Sherpa, stehen im Ort Larcha kaum drei Meter vom Ufer entfernt. „Wir haben unser Haus hier vor vier Jahren gebaut, weil es Regierungsland ist und wir nichts dafür zahlen mussten“, sagte Sherpa der dpa. Bei einer verheerenden Flut im Jahr 1996 war Larcha komplett zerstört worden. „Es ist unvorstellbar, was arme Menschen in ihrer Not tun“, meint Sherpa.

dpa

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