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Ermittlungen im Fall Kampusch dauern an

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- Wien - Auch nach der ersten öffentlichen Stellungnahme von Entführungsopfer Natascha Kampusch und dem Tod ihres Peinigers ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen. Die Sonderermittler haben am Dienstag die Untersuchungen am Tatort fortgesetzt.

Die Spurensicherung vor Ort wird nach Angaben der Kriminalpolizei in Wien noch einige Tage andauern. Wann die Befragung des Opfers fortgesetzt wird, war am Dienstag noch unklar. Die junge Frau, die sich vergangenen Mittwoch nach acht Jahren aus den Händen ihres Entführers befreien konnte, hatte in einem Appell an die Medien und an die Öffentlichkeit um Respekt vor ihrer Privatsphäre gebeten. «Lasst mir Zeit, bis ich selbst berichten kann», schrieb die 18-jährige in einem Brief.

Die junge Frau, die sich noch an einem geheimen Ort aufhält und von einem Betreuerteam unterstützt wird, soll nun nach Medieninformationen vom Dienstag von einem Medienmanager beraten werden. Ferner soll ein Anwalt in ihrem Namen Ansprüche auf jenes Haus geltend machen, in dem sie gefangen gehalten wurde. Dabei gehe es auch um Schadenersatzansprüche für erlittene seelische Qualen.

Die Arbeiten im Haus des Entführers Wolfgang Priklopil werden nach Angaben der Ermittler dadurch erschwert, dass die Baupläne nicht mit dem tatsächlichen Zustand des Hauses überein stimmen. Es werde noch untersucht, ob es weitere Räume oder Hohlräume gebe. Die sicher gestellten Beweismittel, darunter Notizzettel, Bücher, Videokassetten und der Computer des Täters, würden erst ausgewertet, wenn die Spurensicherung vor Ort abgeschlossen sei.

Die damals zehnjährige Natascha Kampusch war 1998 auf dem Weg zur Schule entführt worden. Priklopil hielt sie in einem Verlies in seinem Haus in Strasshof knapp 20 Kilometer nordöstlich von Wien fest. Vor knapp einer Woche war der jungen Frau in einem unbeobachteten Moment die Flucht gelungen. Der Täter nahm sich wenige Stunden später das Leben.

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