+
Bestatter bergen den Toten aus dem Asylbewerberheim in Saalfeld. Foto: Michael Reichel

Kein Anschlag

Toter in Asylbewerberheim: Polizei schließt Verbrechen aus

Saalfeld - Nach dem Tod eines Heimbewohners aus Eritrea in einer thüringischen Asylbewerberunterkunft schließt die Polizei einen fremdenfeindlichen Brandanschlag auf das Gebäude aus.

Die Ermittler gehen vielmehr davon aus, dass der 29-Jährige das Feuer in Saalfeld selbst gelegt und sich so das Leben genommen hat. "Es gibt keine Spuren einer äußeren Gewalteinwirkung am Leichnam", teilte Polizeisprecherin Heidi Sonnenschmidt nach einer ersten rechtsmedizinischen Untersuchung mit.

Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Mann an einer Rauchvergiftung gestorben, hieß es weiter. Das Zimmer sei beim Ausbruch des Feuers verriegelt gewesen. Nach Angaben der Landesregierung soll sich der Mann mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen haben. Außerdem seien Streichhölzer gefunden worden.

Der Brand war am späten Montagnachmittag ausgebrochen und betraf nur die Wohnung des Mannes. Bei den Löscharbeiten am Abend wurde in einem Zimmer in der ersten Etage seine Leiche gefunden. Die übrigen der rund 120 Heimbewohner konnten sich in Sicherheit bringen und blieben unverletzt. Sie kehrten noch am Montagabend in ihre Wohnungen zurück.

In dem Gebäude hatte es bereits im März gebrannt. Damals wurden 13 Asylbewerber verletzt. Danach ermittelte die Polizei einen Bewohner als mutmaßlichen Brandstifter, von dem bislang aber jede Spur fehlt.

Auch am Wochenende brannte es in Thüringen in zwei Unterkünften für Flüchtlinge. Bei einem Feuer in einer Turnhalle in Friemar (Kreis Gotha) gehen die Ermittler dem Verdacht der Brandstiftung nach. Unklar war der Hintergrund eines Feuers in Bischhagen im Eichsfeld. In der dortigen Unterkunft sollten die Flüchtlinge erst einziehen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jetzt ist klar, was der Tiefgaragen-Doppelmörder in seinem Abschiedsbrief schrieb
Drei Leichen in einem Auto. Zwei mit durchschnittenen Kehlen, eine mit einer Schussverletzung. Dazu ein Abschiedsbrief. Für die Polizei ist schnell klar: Hier hat sich …
Jetzt ist klar, was der Tiefgaragen-Doppelmörder in seinem Abschiedsbrief schrieb
Mutmaßlicher Messerstecher von München wohl psychisch krank
Ein Angreifer in München verletzt am Samstagmorgen mehrere Menschen mit einem Messer - völlig wahllos. Großalarm wird ausgelöst. Wenige Stunden später meldet die Polizei …
Mutmaßlicher Messerstecher von München wohl psychisch krank
Bayerischer Wald: Entlaufener Wolf in Lebendfalle gefangen
Die Anstrengungen haben sich gelohnt: Von den sechs im Bayerischen Wald entlaufenen Wölfen ist ein Tier wieder eingefangen worden. Dafür war mehr als ein Dutzend …
Bayerischer Wald: Entlaufener Wolf in Lebendfalle gefangen
Entlaufener Wolf in Lebendfalle gefangen
Die Anstrengungen haben sich gelohnt: Von den sechs im Bayerischen Wald entlaufenen Wölfen ist ein Tier wieder eingefangen worden. Dafür war mehr als ein Dutzend …
Entlaufener Wolf in Lebendfalle gefangen

Kommentare