Schlamperei im Mordfall Lena hat Konsequenzen

Emden - Die offensichtlich folgenschwere Ermittlungspanne der Emdener Polizei im Parkhaus-Mord wird Konsequenzen haben. Doch wer ist zu verantworten? Und wo ist die Tatwaffe des Mörders?

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat nach der schweren Ermittlungspanne vor dem Mord an der elfjährigen Lena in Emden Konsequenzen angekündigt. “Dass das nicht ohne Folgen bleiben kann, ist für mich klar“, sagte Schünemann im ZDF-“Morgenmagazin“ am Mittwoch. Jetzt müssten die polizeiinternen Ermittlungen schonungslos geführt werden.

Emden: Menschen trauern um ermordete Lena

Emden: Menschen trauern um ermordete Elfjährige

Die Frage, ob der Mord an der Elfjährigen hätte verhindert werden können, treibe ihn um, sagte Schünemann weiter. Man sei es den Angehörigen schuldig, sie zu beantworten.

Die Polizei hatte Ermittlungsfehler eingeräumt. Der mutmaßliche Mörder des Mädchens war bereits im November 2011 bei der Polizei gewesen und hatte sich wegen pädophiler Neigungen angezeigt. Ein dann erlassener Durchsuchungsbeschluss wurde aber nicht vollstreckt.

Die Osnabrücker Polizei hat noch nicht entschieden, welche Behörde die Panne bei den früheren Ermittlungen gegen den Verdächtigen im Emder Mädchenmordfall untersucht. Für das polizeiinterne Ermittlungsverfahren komme eine der anderen sechs Polizeidirektionen in Niedersachsen oder das Landeskriminalamt infrage, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Osnabrück. Die Frage solle noch vor Ostern geklärt werden.

Taucher suchen nach Tatwaffe

Taucher suchen derweil seit Mittwoch in Emden nach der Tatwaffe. Begonnen worden sei damit in dem Gewässer der städtischen Wallanlagen, sagte der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes in Emden, Martin Lammers. An der Suche sei eine “größere Zahl von Tauchern“ aus Hannover und Oldenburg beteiligt. Ein Suchhund habe die Ermittler auf die Spur geführt, dass das Tatwerkzeug möglicherweise in dem Graben liegen könne.

dapd/dpa

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