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Erneut Streit zwischen Israel und Palästinensern

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- Jerusalem - Entgegen vorheriger Ankündigungen haben Israel und die Palästinenser sich am Mittwoch nicht auf die Übergabe der Sicherheitskontrolle in der Stadt Jericho einigen können. Israelische Medien berichteten, ein Gespräch von Offizieren beider Seiten sei nach kurzer Zeit ergebnislos beendet worden. Es sei zum Streit gekommen, weil Israel sich nicht bereit erklärte, Straßensperren außerhalb der Stadt im Westjordanland sofort abzubauen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hatten sich am Dienstagabend darauf verständigt, dass Israel die Kontrolle in Jericho und Tulkarem in den kommenden Tagen an die Palästinenser übergibt.

Der palästinensische Sicherheitschef Dschibril Radschub sagte am Mittwoch, alle militanten Palästinensergruppen wollen künftig keine Anschläge mehr in Israel verüben. Mit dieser Vereinbarung sollten die Verhandlungen mit Israel gefördert werden, sagte er im israelischen Rundfunk. "Es gibt einen Konsens unter den Palästinensern: Keine Angriffe mehr gegen Israel innerhalb der grünen Linie (der Grenze bis 1967)", sagte Radschub. "Ich kann jedem versprechen, dass Angriffe innerhalb der grünen Linie der Vergangenheit angehören." Ein Sprecher der radikal-islamischen Hamas-Bewegung in Gaza betonte jedoch, es sei kein Waffenstillstand, sondern nur eine "vorübergehende Periode der Ruhe" vereinbart worden. Man wolle dabei abwarten, ob Israel seine Verpflichtungen erfülle.

Die israelische Rechtsanwältin Talia Sasson stellte am Mittwoch einen Bericht vor, der die Siedlungspolitik mehrerer israelischer Regierungen scharf kritisiert. Nach ihren Erkenntnissen haben israelische Behörden und die Armee systematisch den Bau illegaler Außenposten im Westjordanland gefördert. Der etwa 300 Seiten lange Bericht war am Dienstag dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon übergeben worden, der ihn selbst angefordert hatte.

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