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Hunderte Menschen gingen wegen der Vergewaltigungen auf die Straße.

Wasserwerfer gegen Demonstranten

Erneut Vergewaltigung und Mord in Indien

Neu Delhi - Nicht weit entfernt von dem indischen Ort, wo kürzlich zwei Mädchen vergewaltigt und umgebracht wurden, ist eine ganz ähnliche schreckliche Tat verübt worden. Hunderte Menschen protestierten.

Eine 22-Jährige wurde nach offiziellen Angaben vom Montag nackt in einem Feld im Distrikt Bareilly in Uttar Pradesh gefunden. Das ist ganz in der Nähe von Badaun, wo in der vergangenen Woche zwei Cousinen von mehreren Männern entführt, vergewaltigt und dann an einem Mangobaum erhängt wurden. Die Polizei ermittelt gegen fünf Verdächtige, darunter zwei Polizisten, welche die mutmaßlichen Täter gedeckt haben sollen. Drei der Männer haben bereits gestanden.

Eine weitere Parallele zu dem aktuellen Fall: Auch diesmal soll die Polizei erst auf Druck gehandelt haben. Die junge Frau sei bereits am Samstag mit einem Plastikstrick um den Hals und Verbrennungen im Gesicht gefunden worden, berichtete die indische Agentur IANS. Doch erst, nachdem eine Frauenrechtsgruppe eine Stellungnahme veröffentlichte, hätten die Beamten ermittelt. Eine Autopsie habe am Montag gezeigt, dass sie vor ihrem Tod noch gezwungen wurde, Säure zu trinken.

Polizei geht mit Wasserwerfern gegen Protest vor

Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.

Zahlreiche Menschen machen die Lokalregierung für eine wachsende Gesetzlosigkeit im Bundesstaat Uttar Pradesh verantwortlich. Als Hunderte Frauen in der Landeshauptstadt Lucknow protestierten, setzte die Polizei Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke ein. Die Demonstranten hätten von der Regierung von Akhilesh Yadav verlangt, für mehr Schutz für Frauen zu sorgen, berichtete der TV-Sender NDTV.´

"Wir werden hier bleiben, wir werden nicht aufgeben, selbst wenn das Wasser knapp ist", sagte ein Demonstrant im Fernsehsender NDTV. "Wir werden nicht schlafen, wir werden bleiben, das muss aufhören", sagte ein anderer Mann mit Blick auf die Misshandlungen von Frauen und Mädchen.

Frauenrechtlern zufolge werden Sexualverbrechen jedoch gerade in Uttar Pradesh bis heute nicht ernsthaft geahndet. Der Chef der in dem Bundesstaat regierenden Partei, Mulayam Singh Yadav, hatte während des jüngsten Wahlkampfes für Empörung gesorgt, als er sich mit den Worten "Männer sind Männer" gegen die Todesstrafe für Vergewaltiger aussprach. 

Yadav gehört genauso wie die meisten Polizisten in Uttar Pradesh und auch die mutmaßlichen Mörder der beiden Cousinen zu einer höheren Kaste. Viele Opfer aber stehen im Kastenwesen, das die indische Gesellschaft nach wie vor stark bestimmt, ganz unten.

dpa/afp

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