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An einem der Gebäude wurde austretendes radioaktives Gas entdeckt, das mit Kernspaltung in Verbindung gebracht wird

Erneute Kernspaltung in Fukushima?

Fukushima - Im havarierten Atomkraftwerk in Fukushima sind in einem der Reaktoren offenbar Hinweise auf eine erneute Kernspaltung entdeckt worden. An einem der Gebäude war radioaktives Gas ausgetreten.

Aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ist wieder ein Vorfall gemeldet worden. In einem der Reaktoren seien Hinweise auf eine erneute Kernspaltung entdeckt worden, teilte das Betreiberunternehmen Tepco am Dienstag mit. Vorsorglich sei über eine Kühlwasserleitung Borsäure in die Anlage geleitet worden, um eine mögliche Kettenreaktion zu verhindern.

Ein Anstieg der Temperatur, des Drucks oder der Radioaktivität in dem Reaktor wurde laut Tepco nicht gemessen. “Wir haben bestätigt, dass der Reaktor stabil ist, und wir glauben nicht, dass dies (der Vorfall) einen Einfluss auf unsere künftige Arbeit haben wird“, sagte Tepco-Sprecher Osamu Yokokura. Außerhalb des Kraftwerks sei keine Radioaktivität festgestellt worden.

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Auch ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde, Hiroyuki Imari, sagte, man gehe nicht davon, dass es sich um ein größeres Problem handele. Es sei jedoch eine Untersuchung über die Ursache aufgenommen worden.

Unterdessen ist ein Reaktor des Atomkraftwerks Genkai im Süden Japans nach einmonatiger Pause wieder hochgefahren worden. Die Anlage war Anfang Oktober aufgrund von Problemen im Kühlkreislauf vom Netz genommen worden. Derzeit sind noch 40 der insgesamt 54 japanischen Kernreaktoren abgeschaltet, die meisten davon wegen turnusmäßiger Inspektionen, aber einige auch infolge des verheerenden Erdbebens und Tsunamis vom 11. März.

In Fukushima hatte sich infolge der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986 ereignet. Zehntausende Menschen in der Umgebung mussten evakuiert werden. Immer noch besteht um das Kraftwerk eine 20-Kilometer-Sperrzone. Die Stilllegung von Fukushima wird nach Einschätzung eines Expertengremiums mindestens 30 Jahre dauern.

dapd

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