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Wütender Feuerteufel

Erotik-Club angezündet: Täter drohen neuneinhalb Jahre Haft

Wuppertal - „Dirty Sound“ war das Motto des Abends im Swinger-Club „Beverly“ in Solingen. Doch dann gab es Streit um die Einnahmen und schließlich stand der gesamte Erotik-Club in Flammen. Drei Menschen entkamen dem Feuer nur knapp.

Für das Niederbrennen des Solinger Erotik-Clubs „Beverly“ ist Mann zu neun Jahren Haft wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Mehrere Liter Benzin habe der 42-Jährige in dem verwinkelten Gebäude ausgeschüttet und angezündet, sagte der Vorsitzende Richter des Wuppertaler Landgerichts am Montag. Damit habe er Tote in Kauf genommen. Der Mann aus Nideggen in der Eifel hatte behauptet, dass er noch laut gerufen habe, um die schlafenden Menschen in dem Club zu warnen. „Wir glauben ihm kein Wort“, sagte der Richter dazu.

Das Motiv sei ein Streit um Geld für ein Showprogramm in dem Swinger-Club gewesen. Es sei um 2000 Euro gegangen - aus Rache habe der Mann einen Millionenschaden angerichtet und Existenzen vernichtet, hatte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gesagt. Er hatte neuneinhalb Jahre Haft gefordert.

Der 42-Jährige hatte gestanden, das Feuer gelegt zu haben, aber eine Tötungsabsicht bestritten. Seine Verteidigerin hatte drei Jahre Haft beantragt. Ihr Mandant habe niemanden umbringen wollen und sich vergewissert, dass das Gebäude leer sei. Doch drei Menschen hatten sich gerade noch aus dem brennenden Haus retten können, das im vergangenen November bis auf die Grundmauern niederbrannte.

Der Angeklagte hatte vor dem Brand einen Abend unter dem Motto „Dirty Sound“ in dem Swinger-Club organisiert. Danach war es zu einem Streit um die Verteilung der Einnahmen gekommen. Den Ermittlungen zufolge hatte der 42-Jährige vor Ausbruch des Brandes in einer benachbarten Tankstelle fünf Liter Benzin in einem Kanister gekauft.

Der Betreiber des Swinger-Clubs entkam mit viel Glück den Flammen: Nur weil er auf Toilette musste, wurde er wach, bemerkte er den Rauch und konnte die anderen beiden Schlafenden wecken. Die Feuerwehr konnte nur noch ein Übergreifen auf die Nachbarhäuser verhindern.

dpa

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