1860 trauert um „Atom-Otto“

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Bei dem Hamburger Fußballverein "Teutonia", dem der erschossene Austauschschüler angehörte, ist die Trauer groß.  

In USA erschossener Austauschschüler

Gasteltern: "Er war für uns wie ein Sohn"

Missoula/Montana - “Er war für uns wie ein Sohn.” Zum ersten Mal sprechen die amerikanischen Gasteltern des erschossenen Hamburger Austauschschülers über die Tragödie.

Randy Smith und Kate Walker schwärmen über Diren Dede und glauben dem Schützen Hendrik Kaarma kein Wort: “Das Ganze macht für uns keinen Sinn. Der Diren, den wir kannten, war bestimmt kein Einbrecher.”

Smith und Walker waren urspruenglich nur als “Welcome Family” vorgesehen. Sie sollten Diren im letzten August nach seine Ankunft ein paar Tage lang aufnehmen, ehe ein permanente Gastfamilie gefunden werden konnte. Doch es kam anders. Gastmutter Kate: “Diren war ein so toller Junge, dass wir innerhalb von wenigen Tage eine sehr enge Beziehung hatten. Deshalb wollten wir ihn auch nicht mehr hergeben und er ist bei uns in der Familie geblieben.”

Mit seinen Gasteltern hatte der Elfklässler lange Gespräche über Politik und vor allem über seine türkischen Wurzeln. Gastvater Randy: “Man konnte sich sehr einfach mit ihm unterhalten. Er hat uns die türkische Kultur erklärt, auf die er sehr stolz war."

Gasteltern imponierte, wie hart Dede arbeitete

Den Gasteltern imponierte es besonders, wie hart Dede in der Schule an seinem Englisch arbeitete. Gastmutter Kate: “Für ihn war es nicht selbstverständlich, hier zu sein. Er wusste, dass seine Familie in Hamburg Entbehrungen auf sich genommen hatte, damit er das Austauschjahr machen konnte.”

Bei seinen Mitschülern an der Big Sky Highschool war Diren mit seiner freundlichen Art und dem Dauerlächeln auf den Lippen sehr beliebt. Mit Dana Kowachek freundete er sich bereits am ersten Schultag an: “Diren war ein wirklich gütiger, ehrlicher Freund, mit dem alle was zusammen machen wollten. Besonders die Girls. Bei denen stand er sehr hoch im Kurs.”

Innerhalb von kürzester Zeit war Diren zu einem der Stars im Highschool-Fussballteam aufgestiegen. Sein Mitspieler Chance Maes: “Er hat immer alles gegeben und hat alle anderen angespornt.”

Sein Fussballtrainer Jay Bostrom, der ihn auch als Mentor unter die Fittiche nahm, steht noch unter Schock: “Ich bin fassungslos. Diren war einer, der alle mitreissen konnte. Und einer, der sich immer für die Schwächeren eingesetzt hat. Er ist ausserhalb und auf dem Feld immer mit guten Beispiel voran gegangen.”

Erschossener Austauschschüler soll in Türkei beerdigt werden

Der in den USA erschossene Austauschschüler Diren aus Hamburg soll in der Türkei beerdigt werden.

Die Beisetzung sei in Bodrum im Südwesten des Landes geplant, sagte sein Fußballtrainer Garip Ercin am Mittwoch und bestätigte entsprechende Medienberichte. „Die Stadt hat er immer so gerne gemocht.“ Der 17 Jahre alte türkischstämmige Diren war am Sonntag in Missoula im US-Bundesstaat Montana erschossen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 29-jährigen Feuerwehrmann die vorsätzliche Tötung des Schülers vor. Direns Vater ist in die USA geflogen, um die Leiche seines Kindes zurückzuholen. Für Mittwochabend war ein Benefizspiel der Fußball-Mannschaft des Schülers zugunsten der Familie geplant.

mol/dpa

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