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Das Werk mit dem Titel „Lumen Fidei“ (Licht des Glaubens) wurde von Papst  Benedikt XVI. begonnen und von seinem Nachfolger Franziskus vollendet.

„Licht des Glaubens“

Erste Enzyklika zweier Päpste veröffentlicht

Rom - Das hat es in der katholischen Kirche noch nicht gegeben: Die erste Enzyklika von Papst Franziskus ist ein gemeinsames Werk mit Vorgänger Benedikt.

Der Vatikan hat erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche eine gemeinsame Enzyklika zweier Päpste veröffentlicht. Das Werk mit dem Titel „Lumen Fidei“ (Licht des Glaubens) wurde von dem zurückgetretenen Benedikt XVI. begonnen und von seinem Nachfolger Franziskus vollendet. Auf mehr als 80 Seiten beschreiben die beiden Päpste in dem am Freitag in Rom präsentierten Werk die Bedeutung des Glaubens. Er sei in der Lage, die Existenz jedes Menschen zu erleuchten, heißt es in der Einleitung. Glaube sei eine Geschenk Gottes, „wer glaubt, sieht.“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hob in einer ersten Reaktion hervor, dass das neue Weltrundschreiben den Reigen der drei theologischen Grundkräfte Glaube, Hoffnung und Liebe vollende. „Es ist ein bemerkenswertes Zeichen, dass Papst Franziskus bei aller Verschiedenheit der beteiligten Personen und Charismen großzügig von seinem Vorgänger die Ausarbeitung in der Substanz übernommen hat“, betonte Zollitsch. Dies sage viel aus über die Kontinuität der Lehre in der Kirche und über die enge Zusammengehörigkeit der beiden Kirchenmänner.

Historischer Moment in Rom: Der Papst geht in Ruhestand

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Unterschrieben wurde die Enzyklika nur von Franziskus, Benedikt hat jedoch viel zu dem Werk beigetragen. „Dafür bin ich ihm zutiefst dankbar“, schreibt Franziskus. „In der Brüderlichkeit in Christus übernehme ich seine wertvolle Arbeit und ergänze den Text durch einige weitere Beiträge.“ Benedikt hatte seine vierte Enzyklika fast fertig gestellt, als er im Februar seinen Rücktritt erklärte. Die beiden Päpste hatten sich am Freitagmorgen bei der Einweihung eines neuen Denkmals getroffen und sich mit einer langen Umarmung begrüßt.

Enzykliken sind die wichtigsten Schreiben, die Päpste veröffentlichen. Sie sollen den Gläubigen als Wegweiser dienen. Benedikt hatte während seines rund achtjährigen Pontifikats drei solcher Lehrschreiben vorgelegt. Die nun veröffentlichte Enzyklika ist auch eine Fortsetzung seiner beiden vorherigen Werke zur Liebe und zur Hoffnung. Kardinal Marc Oullet, der Präfekt der Bischofskongregation, betonte, die Enzyklika sei der noch fehlende Pfeiler in Benedikts Trilogie zu den theologischen Tugenden.

Gerhard Ludwig Müller, der Präfekt der Glaubenskongregation, sagte, der Text zeige zwar die Unterschiede im Stil, in der Wahrnehmung und der Schwerpunktsetzung der beiden Päpste, offenbare aber auch die grundlegende Kontinuität der Botschaften.

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

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Die vierte Enzyklika ist kürzer als die bisherigen Werke Benedikts. In insgesamt vier Kapiteln plus Einleitung und Schlussteil befassen sich die beiden Päpste mit dem Glauben. Sie schreiben, es sei unmöglich, nur für sich selbst zu glauben. „Der Glaube ist keine Privatsache, keine individualistische Auffassung, keine subjektive Meinung.“ Das Licht des Glaubens werde wie eine Flamme von Generation zu Generation weitergetragen.

Auch das Verständnis der katholischen Kirche von der Ehe bekräftigen die beiden Päpste in der Enzyklika. „Vor allem denke ich an die dauerhafte Verbindung von Mann und Frau in der Ehe“, heißt es. Sie entstehe auch aus der „Annahme des Gutes der geschlechtlichen Verschiedenheit“.

dpa

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