Erste Vogelgrippe-Tote im Irak

- Bagdad/Nikosia - Der Irak hat den ersten Todesfall durch die Vogelgrippe bestätigt. Eine Mitte Januar im Norden des Landes gestorbene junge Frau sei mit dem gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert gewesen, erklärte das irakische Gesundheitsministerium am Montag. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf sind bislang keine Fälle von Vogelgrippe bei Tieren in dieser Gegend bekannt. Die Frau stammte aus Rania nahe der türkischen Grenze.

Nach ihrem Tod hatte das Gesundheitsministerium in der kurdischen Autonomieregion zunächst mitgeteilt, der Erreger H5N1 sei nicht nachgewiesen worden.

Unterdessen verstärkten die Behörden im türkischen Nordteil der Mittelmeerinsel Zypern die Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Nach dem ersten Vogelgrippe-Nachweis dort wurden sieben Dörfer unweit der Hafenstadt Famagusta (türkisch: Gazimagusa) unter Quarantäne gestellt. Das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 war bei verendeten Hühnern und Puten im Dorf Incirli festgestellt worden.

Der Ministerpräsident der nur von Ankara anerkannten Türkischen Republik Nordzypern, Ferdi Sabit Soyer, bezeichnete es als höchstwahrscheinlich, dass der Erreger durch Zugvögel von einem nahe gelegenen See übertragen wurde. Proben aus anderen Teilen Nordzyperns seien negativ ausgefallen. Die Möglichkeit einer Übertragung durch Zugvögel gilt unter Ornithologen allerdings als umstritten.

Auch im griechischen Süden der Insel wurden die Maßnahmen gegen die Vogelgrippe verschärft, insbesondere in den Gebieten nahe Famagusta, wie das zyprische Landwirtschaftsministerium am Montag mitteilte. An der Grenze würden Fußgänger und Autos desinfiziert.

In der Türkei, wo die Vogelgrippe seit Ende Dezember massiv aufgetreten war, waren 4 erkrankte Kinder gestorben. Nach jüngsten Angaben der Behörden werden noch 3 Patienten im Krankenhaus behandelt. 14 seien als geheilt entlassen worden. Nachgewiesen wurde die Tierseuche bislang in 28 der 81 türkischen Provinzen.

Die EU-Kommission unterstützt die Türkei im Kampf gegen die Tierseuche mit acht Millionen Euro. Ein Sprecher der Behörde sagte am Montag in Brüssel: "Wir sind mit der Arbeit der türkischen Behörden, das Problem ohne jede Verschleierung in den Griff zu kriegen, sehr zufrieden." Die EU plane zudem, vom 13. bis 17. Februar eine Expertendelegation in das von der Türkei besetzte Nordzypern zu entsenden. Nach Angaben des Kommissionssprechers sind schon vier Fachleute, darunter zwei Deutsche, vor Ort. Die Grenze zwischen Nordzypern und dem zur EU gehörenden Südteil der Insel ist für Tiertransporte geschlossen.

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