Erster Piraten-Prozess seit 400 Jahren

Hamburg - Mehr als sieben Monate nach dem Angriff auf das Containerschiff MS “Taipan“ hat am Montag in Hamburg der Prozess gegen zehn mutmaßliche Piraten begonnen.

Die somalischen Staatsbürger müssen sich wegen Angriffs auf den Seeverkehr und erpresserischen Menschenraubs vor dem Landgericht der Hansestadt verantworten. Die Anklage umfasst 33 Seiten und benennt 22 Zeugen. Das mit Spannung erwartete Verfahren vor der Großen Strafkammer 3 ist zugleich der erste Piraten-Prozess seit Jahrhunderten in Hamburg.

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Somalische Piraten erstmals vor deutschem Gericht

Das Schiff war am Ostermontag, dem 5. April, auf dem Weg von Haifa nach Mombasa etwa 500 Seemeilen vor der Küste Somalias von den Seeräubern attackiert worden. Die 140 Meter lange “Taipan“ der Hamburger Reederei Komrowski war durch den Anti-Piraten-Einsatz eines Spezialkommandos der niederländischen Fregatte “Tromp“ wieder freigekommen. Die Piraten wurden noch an Bord festgenommen, fünf Maschinengewehre und zwei Raketenwerfer samt Munition sowie zwei Enterhaken sichergestellt. Der Kapitän und ein Mitglied der 15-köpfigen Besatzung der “Taipan“ waren Deutsche.

Die weiteren Crewmitglieder stammten aus Russland, der Ukraine und Sri Lanka. Bei den Angeklagten handelt es sich um sieben Erwachsene, zwei Heranwachsende und einen Jugendlichen. Der Älteste ist 1962 geboren, der Jüngste etwa 1993. Sie werden von 20 Anwälten vertreten und haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ihnen drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft.

dapd

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