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Beim Beginn des ersten Prozesses gegen Crewmitglieder der südkoreanischen Unglücksfähre "Sewol" kam es zu tumultartigen Szenen zwischen Sicherheitsbeamten des Gerichtes und Angehörigen der Opfer.

Crewmitglieder der Unglücksfähre vor Gericht

Erster "Sewol"-Prozess hat begonnen

Seoul - Im ersten Prozess um den Tod von etwa 300 Menschen beim Untergang der südkoreanischen Fähre „Sewol“ müssen sich der Kapitän und 14 weitere Crewmitglieder vor Gericht verantworten.

Der Prozess begann am Dienstag vor dem Bezirksgericht in der südwestlichen Stadt Kwangju, wie südkoreanische Sender berichteten. Zahlreiche Angehörige von Opfern des Unglücks seien mit Bussen angereist. Kapitän Lee Joon Seok und weitere Crew-Mitglieder wurden am Dienstag in Handschellen vor einem Gericht in der südwestkoreanischen Stadt Gwangju auf die Anklagebank geführt. Joon Seok und drei weiteren Besatzungsmitgliedern wird "fahrlässige Tötung" vorgeworfen. Ihnen droht die Todesstrafe. Gegen die elf anderen leitenden Besatzungsmitglieder hatte die Staatsanwaltschaft Anklage unter anderem wegen Fahrlässigkeit erhoben. Der Großteil der Crew rettete sich rechtzeitig, ihnen wird deshalb unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen.

Die Angehörigen warfen den Behörden zudem vor, bei der Rettungsaktion zu langsam reagiert zu haben, wodurch in Luftblasen in der zunächst umgekippten Fähre gefangene Passagiere womöglich nicht gerettet wurden. Ministerpräsident Chung Hong Won hatte dafür die Verantwortung übernommen und war zurückgetreten.

Am 20. Juni soll auch der Prozess gegen fünf angeklagte Vertreter der „Sewol“-Reederei beginnen, berichtete der Rundfunksender KBS. Sie müssen sich wegen Totschlags und anderer Vorwürfe verantworten, hieß es in dem Bericht.

Bei der Katastrophe am 16. April vor der Südwestküste des Landes kamen mindestens 292 der 476 Menschen an Bord ums Leben. Noch immer gelten zwölf Insassen als vermisst.

dpa/afp

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