ICE-Premiere in London

London - Nach der erfolgreichen Testfahrt durch den Eurotunnel am Wochenende hat die Deutsche Bahn am Dienstag erstmals einen ICE in London präsentiert.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube stellten der britischen Presse den neuesten ICE 3 vor, der in spätestens drei Jahren von Frankfurt am Main, Köln und Amsterdam aus durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal nach London fahren soll.

Die britische Regierung schickte Verkehrsstaatsministerin Theresa Villiers in den zentral gelegenen Bahnhof St. Pancras, von dem aus auch der französische Konkurrent Eurostar in Richtung London startet. Ramsauer bezeichnete die geplanten ICE-Verbindungen nach Großbritannien als “gewaltigen Fortschritt für den europäischen Zugverkehr“.

Mit dem Angebot könnten Geschäftsleute und Touristen gleichermaßen eine “äußerst attraktive und klimafreundliche Verbindung zwischen Main, Rhein und Themse nutzen“. Darüber hinaus profitiere auch die wirtschaftliche Entwicklung der drei Metropolen von dem Angebot. Grube bezeichnete die erste Fahrt eines ICE auf die Insel als historisch. Deutschland und Großbritannien rückten damit künftig näher zusammen. Die Bahn stehe in Europa an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter. Mit dem Ausbau der Fernverbindungen will der Konzern vor allem dem Luftverkehr Kunden streitig machen.

Die ICEs böten deutlich mehr Komfort als ein Flugzeug, kämen direkt im Stadtzentrum an und seien umweltschonender, sagte Grube. Zum Fahrplanwechsel 2013 sollen täglich drei Zugpaare von Frankfurt und Köln über Brüssel und Lille nach London fahren. Parallel dazu sind Verbindungen zwischen Amsterdam über Rotterdam und Brüssel nach London vorgesehen. Die Fahrzeit von Köln nach London soll bei unter vier Stunden liegen, von Frankfurt nach London bei knapp über fünf Stunden. Von Amsterdam aus soll St. Pancras in weniger als vier Stunden zu erreichen sein. 

dapd

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