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In der Kirche von Ntarama im Osten Ruandas werden die Gebeine der Opfer des Völkermordes von 1994 aufbewahrt

Erstmals Völkermord-Urteil gegen eine Frau

Nairobi/Arusha - Ein UN -Tribunal hat am Freitag eine lebenslange Haftstrafe gegen die ehemalige Frauenministerin Pauline Nyiramasuhuko wegen Beteiligung am Völkermord im Jahr 1994 verhängt.

Die Richter sprachen sie auch schuldig wegen Vergewaltigung, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Arsene Shalom Ntahobali, der Sohn der Ex-Ministerin, und vier ehemalige hohe Vertreter des radikalen Hutu-Regimes wurden ebenfalls zu hohen Haftstrafen verurteilt.

In der Urteilsbegründung hieß es, Nyiramasuhoko und Ntahobali als Führer einer Miliz hätten Massenmorde und Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen der Volksgruppe der Tutsi angeordnet. Ntahobali habe sich zudem an den Vergewaltigungen beteiligt. Beide seien im Regierungsbezirk Butare verantwortlich für den Tod Hunderter Tutsi gewesen.

Die mit internationalem Haftbefehl gesuchte Nyiramasuhuko war 1997 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi festgenommen worden. Während des Völkermords in Ruanda waren mindestens 800 000 Tutsi und gemäßigte Hutu innerhalb von nur 100 Tagen getötet worden. Viele Opfer wurden mit Macheten zerstückelt oder lebendig verbrannt, auch in Kirchen, in denen sie vergeblich Schutz vor den Mördern gesucht hatten.

dpa

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