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Die Akten in dem Mordprozess türmen sich.

Angeklagter schweigt

Erwürgte Austauschstudentin: Prozessbeginn

Mannheim - Er soll eine 20-jährige Studentin aus Litauen mit einem Schal erdrosselt und sich an ihr vergangen haben, doch vor Gericht schweigt der Angeklagte zu den Vorwürfen.

Der mutmaßliche Mörder einer Austauschstudentin hat am ersten Prozesstag vor dem Mannheimer Landgericht zu den Vorwürfen geschwiegen. Der 41-Jährige sitzt seit Dienstag auf der Anklagebank, weil er im vergangenen Oktober eine 20-Jährige aus Litauen umgebracht haben soll. Laut Staatsanwaltschaft überfiel der Bauarbeiter die junge Frau und würgte sie mit ihrem eigenen Schal bis zur Bewusstlosigkeit. Dann habe er sich an ihr vergangen und sie ausgeraubt. Das Opfer sei an den Folgen des Würgeangriffs gestorben.

Die Austauschstudentin war erst vor kurzem zum Studieren nach Deutschland gekommen. Zum Zeitpunkt der Attacke war sie auf dem Nachhauseweg von einem Filmabend an der Uni Mannheim. Ihre Leiche wurde unter einer Brücke in der Innenstadt gefunden. Die Ermittler fassten den Angeklagten im nahe gelegenen Grünstadt in der Pfalz, wo er zuletzt gewohnt hatte.

Der Prozess begann unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen: Alle Zuschauer wurden durchsucht und mussten ihre Taschen öffnen. „Bei den Vorwürfen können natürlich Emotionen hochkommen“, sagte ein Gerichtssprecher. „Es geht auch um den Schutz des Angeklagten.“ Der Verteidiger kündigte an, sein Mandant werde sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Der Angeklagte hielt den Blick die meiste Zeit über gesenkt.

Neben dem Mord an der Austauschstudentin wird dem 41-Jährigen zur Last gelegt, im Sommer 2013 im rheinland-pfälzischen Speyer eine 48-Jährige überfallen und ausgeraubt zu haben. Dabei würgte er sie laut Anklagebehörde und versetzte ihr mehrere Faustschläge ins Gesicht. Das Opfer wehrte sich heftig und konnte fliehen. Kurz nach dem Tod der Austauschstudentin soll der Angeklagte zudem zwei 13 und 17 Jahre alte Jugendliche in Grünstadt angegriffen und ausgeraubt haben. Das Gericht hat bis Mitte Juli mehr als 20 Verhandlungstage angesetzt.

dpa

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