Oberhirte von Montevideo

Erzbischof: „Ich habe homosexuelle Freunde“

Montevideo - Für einen entkrampfteren Umgang mit Homosexualität in der Kirche hat sich der Erzbischof von Montevideo ausgesprochen. Gott liebe Homosexuelle genauso wie Hetereosexuelle, sagte er.

Der neue Oberhirte von Uruguays Hauptstadt Montevideo, Erzbischof Daniel Fernando Sturla Berhouet, hat sich für einen entkrampfteren Umgang mit Homosexualität in der katholischen Kirche ausgesprochen. „Ich habe homosexuelle Freunde. Ich habe mit Männern über das Thema gesprochen und ich habe ihnen versichert, dass Gott sie liebt“, zitierte das Nachrichtenportal „Subrayado“ (Donnerstag) den 54-jährigen Erzbischof.

„Gott liebt dich um deiner selbst willen, nicht weil du sexuell zur einen oder anderen Seite orientiert bist“, so Sturla.

Recht auf Taufe auch für Kinder homosexueller Paare

Die Gesellschaft habe sich weiterentwickelt; Homosexualität sei nur eine Option mehr, sagte der Erzbischof, der dem Salesianerorden angehört. Zugleich betonte er, Sex außerhalb der Ehe sei eine Sünde, unabhängig davon, ob es sich um verschieden- oder gleichgeschlechtliche Paare handle.

Ein Recht auf Taufe gebe es auch für Kinder, die bei homosexuellen Paaren aufwüchsen: „Niemand kann einem Kind die Taufe verweigern, nur weil es zwei Väter oder zwei Mütter hat“, sagte Sturla.

Sturla, seit 2011 Weihbischof in Montevideo, war von Papst Franziskus am 11. Februar zum Erzbischof der Hauptstadtdiözese Uruguays ernannt worden. Sein aus Italien stammender Vorgänger Nicolas Cotugno, der zum gleichen Termin in den Ruhestand trat, hatte Homosexualität als Krankheit bezeichnet.

kna

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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