Sturmtief fordert Tribut: Jetzt ist eine S-Bahn-Linie unterbrochen

Sturmtief fordert Tribut: Jetzt ist eine S-Bahn-Linie unterbrochen
+
Der Forschungssatellit TGO des Projekts ExoMars.

Zusammenarbeit von Darmstadt und Moskau

Die Spannung steigt: Esa und Roskosmos stehen vor erster Marslandung

Moskau - Gelingt das Landemanöver einer automatisch gesteuerten europäisch-russischen Raumsonde auf dem Mars? Heute wird es ernst, denn es geht um mehr als nur eine Marslandung.

Die Europäische Raumfahrtagentur Esa und ihr russischer Partner Roskosmos hoffen an diesem Mittwoch auf die erste erfolgreiche Landung einer gemeinsamen Sonde auf dem Mars. Nach sieben Monaten Flugzeit und rund 500 Millionen Kilometern soll am Nachmittag (MESZ) ein Testmodul auf dem Roten Planeten aufsetzen. Das automatisch gesteuerte Manöver gilt als heikel. Die Experten im Kontrollzentrum in Darmstadt haben wegen der rund zehnminütigen Übertragungszeit für Signale durchs All keinen Einfluss auf den Ablauf.

Die Landung ist Teil des europäisch-russischen ExoMars-Projekts. Damit suchen die Forscher nach Spuren von Leben auf dem sagenumwobenen Nachbarplaneten der Erde. Das Testmodul „Schiaparelli“ war am 14. März mit dem Forschungssatelliten „Trace Gas Orbiter“ (TGO) vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet.

2020 soll ein Rover auf dem Mars landen

TGO soll unter anderem nach Methan in der Atmosphäre suchen. Spuren des Gases könnten ein Hinweis auf biologische Aktivität sein. Bis TGO voraussichtlich Ende 2017 seine Zielumlaufbahn auf rund 400 Kilometern Höhe über dem Marsboden erreicht, sind jedoch noch mehrere Bremsmanöver und Kursänderungen geplant. Die russische Akademie der Wissenschaften teilte mit, TGO sei für einen für diesen Mittwoch geplanten Bremsvorgang bereit. Esa-Chef Jan Wörner und der deutsche Astronaut Alexander Gerst sollen den Ablauf der ExoMars-Manöver im Esa-Kontrollzentrum kommentieren.

Die Sonde „Schiaparelli“, benannt nach dem italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli (1835-1910), hat eine geplante Einsatzzeit von wenigen Tagen, bevor die Energiereserven ausgehen. Die Erkenntnisse von der Landung auf der Oberfläche sollen Esa und Roskosmos helfen, den zweiten Teil von ExoMars vorzubereiten. Für 2020 ist der Start eines Rovers zum Roten Planeten geplant. Dieser soll mit einem zwei Meter langen Bohrer in die Tiefen des Marsgesteins eindringen, um nach Hinweisen auf organisches Leben zu suchen.

Esa und Roskosmos sehen in dem Milliardenprojekt ein Beispiel für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Westen und Russland trotz politischer Krisen und Konflikte. Von ExoMars erhoffen sich die Forscher der beiden Raumfahrtorganisationen auch Impulse für neue Gemeinschaftsprojekte wie etwa bei der Erforschung des Mondes.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Massive Ausfälle im Bahn- und Flugverkehr: So tobt sich „Friederike“ aus
Wetterexperten erwarten vom anrückenden Sturmtief „Friederike“ nichts Gutes. Es muss mit Orkanböen bis zu 120 km/h gerechnet werden. Alle aktuellen Entwicklungen im …
Massive Ausfälle im Bahn- und Flugverkehr: So tobt sich „Friederike“ aus
52 Menschen sterben bei Busunglück in Kasachstan
Bei einem schrecklichen Busunglück in Kasachstan sind 52 Menschen ums Leben gekommen. Der Reisebus geriet in Flammen und brannte vollständig aus. 
52 Menschen sterben bei Busunglück in Kasachstan
Mann findet Foto von verstorbener Frau, das er nie sehen sollte
Kurz vor der ersten Krebs-Operation ließen sich John und Michelle noch standesamtlich trauen. Im Brautkleid sollte er sie nie zu Gesicht bekommen. Bis kurz nach ihrem …
Mann findet Foto von verstorbener Frau, das er nie sehen sollte
Drohne rettet in Seenot geratene Surfer vor der Küste Australiens
Vor der Küste Australiens wurden zwei in Seenot geratene Surfer mit Hilfe einer Drohne gerettet. Es war die erste Rettung dieser Art. 
Drohne rettet in Seenot geratene Surfer vor der Küste Australiens

Kommentare