Nach der Germanwings-Katastrophe

Kommt jetzt EU-weit die Zwei-Personen-Regel?

Brüssel - Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine denken EU-Behörden über neue Empfehlungen für die Besetzung des Cockpits nach.

EU-Mitarbeiter erklärten am Freitag in Brüssel, sie berieten mit der Branche und den nationalen Regierungen darüber. Derzeit würden kurzfristige Maßnahmen geprüft, hieß es. „Wir sprechen über die Zahl der Personen im Cockpit.“ Es werde ermittelt, ob neue Empfehlungen angemessen und machbar seien.

Die größten deutschen Fluggesellschaften kündigten bereits an, dass sie die Zwei-Personen-Regel einführen wollen. Dabei sollte kein Pilot mehr allein im Cockpit bleiben. Laut Ermittlern soll der Copilot des abgestürzten Flugzeugs den Piloten ausgesperrt und die Maschine mit Absicht auf den Todeskurs gesteuert haben.

Wo sie bereits eingeführt wurde, sollte die Zwei-Personen-Regel den EU-Experten zufolge weniger der Beaufsichtigung des Piloten oder Copiloten dienen sondern der Sicherung des Cockpits vor Eindringlingen. In vielen Flugzeugen sei der Bereich auf der anderen Seite der Tür mit einer Kamera einsehbar. Wo diese fehle, brauche es hingegen eine zweite Person, die das Steuer verlasse und durch ein Sichtfenster in der Tür blicke.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA kann verbindliche technische Vorgaben nur für die Flugtauglichkeit von Maschinen machen. In anderen Fragen spricht sie aber Empfehlungen aus - diese können aber eine Grundlage für spätere Gesetze sein.

dpa

Germanwings-Absturz: Bilder vom Unglücksort, Trauer weltweit

Germanwings-Absturz: Einsatzbilder vom Unglücksort

Rubriklistenbild: © dpa

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