EU-Forschungsinstitut kommt nicht nach Jena

Brüssel - Die thüringische Universitätsstadt Jena ist aus dem Rennen um den Sitz für das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT).

Allerdings konnten sich die EU-Forschungsminister am Donnerstagabend bei einem Essen in Brüssel auch nicht auf einen der anderen Kandidaten für das Prestigeprojekt verständigen. Allein Polen blockierte die Einigung auf die ungarische Hauptstadt Budapest, wie Diplomaten am Freitag sagten. Die Regierung in Warschau hatte mit Breslau (Wroclaw) einen eigenen Kandidaten nominiert.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) teilte in einer Erklärung mit: «Es wurde Konsens darüber erzielt, dass zwei Kriterien Grundlage für die Entscheidung sein sollen.» Erstens werde der EIT-Sitz an ein Mitgliedsland vergeben, das 2004 beigetreten sei. Zweitens werde ein Land gesucht, das noch keine EU-Behörde hat. «Deutschland, Österreich und Spanien haben sich entschieden, diesen Kriterien zuzustimmen», erklärte Schavan. «Polen hat sich eine Bedenkzeit erbeten.»

Nach ihren Angaben werden sich die Minister erneut am 18. Juni zusammensetzen. Die Entscheidung muss einstimmig gefällt werden. «Deutschland wird auf dieser Grundlage die Bewerbung Budapests unterstützen», so Schavan weiter.

Um den Verwaltungssitz des EIT hatten sich neben Jena, Budapest und Breslau auch gemeinsam die Hauptstädte der Slowakei und Österreichs, Bratislava (Pressburg) und Wien sowie die spanische Stadt Sant Cugat del Vallès in der Provinz Barcelona beworben.

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