+
Ein Mann bekämpft Ende Juli in der Nähe des Dorfes Sao Jose das Matas (Portugal) Brände mit Hilfe eines Korbes. Fast 2.000 Feuerwehrleute wurden bei sechs großen Waldbränden in Portugal eingesetzt.

Gefährliche Wärme

Europa ächzt: Hitzewelle macht Menschen und Natur zu schaffen

Sie raubt den Menschen den Schlaf, lässt den Stromverbrauch in die Höhe schnellen und gefährdet Ernten: Immense Hitze hält sich seit Tagen im Süden Europas. Auf Mallorca gehen die Ventilatoren aus.

Die Hitzewelle im Süden Europas lässt die Menschen zunehmend verzweifeln. Seit Tagen liegen die Temperaturen vielerorts bei 40 Grad und mehr - Madrid hatte am Wochenende unter sommerlicher Bruthitze ebenso zu leiden wie Urlauber auf Mallorca und Landwirte am Balkan. In Griechenland wurden etliche neue Waldbrände befürchtet. Allein von Freitag- bis Samstagmorgen seien dort 49 Feuer ausgebrochen, teilte die Feuerwehr mit.

Für die nächsten Tage sagen die Wetterdienste der Region eine innig ersehnte Abkühlung voraus - allerdings nur vorübergehend. In Spanien war am Wochenende vor allem die südliche Region Andalusien betroffen. Für Städte wie Sevilla und Córdoba erwartete der Wetterdienst am Sonntag Höchstwerte von rund 40 Grad, die bis Montag anhalten sollten. Nachts sollten die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken.

Auf Mallorca werden die Ventilatoren knapp

Auf Mallorca liefen die Klimaanlagen ohne Pause - der Stromverbrauch schoss in die Höhe. Besonders schlimm waren die Nächte, da die Temperaturen selbst in den frühen Morgenstunden teilweise kaum unter 30 Grad fielen. „Wir haben nächtelang kaum geschlafen, schon nach kurzer Zeit waren die Laken klatschnass“, sagte ein Deutscher, der im Bergdorf Fornalutx im Nordwesten Urlaub macht. In den meisten Geschäften seien Ventilatoren fast ausverkauft.

Hitze auf Mallorca

Die serbische Hauptstadt Belgrad erlebte am Samstag mit 40 Grad Celsius den heißesten 5. August seit 130 Jahren. In vielen Städten am Balkan zeigte das Thermometer bereits um 8.00 Uhr früh mehr als 30 Grad an. „Höllisch vom frühen Morgen an“, schrieb die Zeitung „Vijesti“ in Montenegro an der südlichen Adria.

Meteorologen riefen als höchste Stufe roten Wetteralarm aus, für Sonntag wurden in Bosnien Höchstwerte von 43 Grad erwartet. Die Stromwirtschaft des Landes warnte, alle vier Hochspannungsleitungen, die die Küstengebiete mit hunderttausenden Urlaubern versorgten, seien „an die Grenze ihrer Möglichkeiten“ gestoßen. Ein großflächiger Stromausfall sei möglich. Die Landwirte der Region zogen eine erste Bilanz: Beim wichtigen Mais und bei der Sojabohne könnten die Einbußen bis zu 60 Prozent ausmachen, berichteten serbische Medien.

Waldbrände in der Nähe von Split

In Griechenland wurde die Feuerwehr von immer neuen Brandherden in Atem gehalten. Am Samstag brach in einem Waldgebiet in der Athener Vorstadt Ilio ein Feuer aus. Auf der Insel Kythira südlich des Peloponnes wüteten die Flammen bereits seit Freitag und konnten bisher nicht unter Kontrolle gebracht werden. In weiten Teilen des Landes vergrößerte starker, trockener Wind die Brandgefahr.

Auch in der Mitte und im Süden Italiens wüteten Waldbrände. Südlich von Rimini, in Casteldimezzo, mussten in der Nacht zum Samstag 70 Einwohner und Touristen auf einem Campingplatz vor einem Feuer in Sicherheit gebracht werden. In der Gegend um den Gran Sasso in den Abruzzen, die im Winter von Erdbeben und von Schneemassen heimgesucht wurde, gab es ebenfalls Waldbrände. Rund 500 Menschen mussten bei höllischen Temperaturen fast zwei Stunden ohne Klimaanlage und Wasser in einem Zug ausharren, der auf der Strecke von Mailand nach Marseille (Frankreich) liegenblieb, wie Ansa berichtete.

Ursache der anhaltend hohen Temperaturen war eine Hitzeblase, die sich von Nordafrika aus über das Mittelmeer geschoben hat und die meisten Anrainerstaaten ächzen ließ.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Puerto Rico bereitet sich auf Hurrikan "Maria" vor
Langsam bewegt sich "Maria" Richtung Nordwest. Der Hurrikan könnte Puerto Rico im Laufe des Mittwochs erreichen. Die Insel ist gewappnet - so weit das möglich ist.
Puerto Rico bereitet sich auf Hurrikan "Maria" vor
Experten entschärfen Weltkriegsbombe am Frankfurter Flughafen
Fünf Hotels geräumt, die A3 gesperrt: Erneut wurde am Frankfurter Flughafen eine Weltkriegsbombe gefunden. Probleme bei der Entschärfung machte der explosive Fund in der …
Experten entschärfen Weltkriegsbombe am Frankfurter Flughafen
Kranich-Linie Lufthansa schützt keine Kraniche mehr
Der Kranich prangt auf dem Seitenruder der Lufthansa-Flotte. Seit Jahren engagiert sich der Konzern auch beim Schutz der Tiere. Damit ist jetzt Schluss.
Kranich-Linie Lufthansa schützt keine Kraniche mehr
Erdbeben in Mexiko: Schule eingestürzt, mehrere Nachbeben
Vor genau 32 Jahren kamen bei einem Erdbeben fast 10.000 Menschen in Mexiko ums Leben. Am Jahrestag bebt es wieder heftig in dem Land. Es gibt viele Todesopfer. …
Erdbeben in Mexiko: Schule eingestürzt, mehrere Nachbeben

Kommentare