Europa an der Spitze in Sachen Pressefreiheit

New York - Finnland, Island und die Niederlande nehmen in Sachen Pressefreiheit im weltweiten Vergleich nach wie vor Spitzenplätze ein. Auch Deutschland landet unter den Top 20.

Gemeinsam mit Norwegen, Schweden und der Schweiz belegen sie im Index der Organisation Reporter ohne Grenzen die vorderen Ränge - und das kontinuierlich seit der erstmaligen Veröffentlichung der Liste vor acht Jahren. Deutschland verbesserte sich in diesem Jahr um einen Platz auf Rang 17. Dennoch laufe die Europäische Union Gefahr, ihre Führungsposition bei der Wahrung der Pressefreiheit einzubüßen, warnte Reporter ohne Grenzen. Zwar seien 13 der 27 Mitgliedsstaaten unter den Top 20 vertreten, die anderen 14 rangierten aber deutlich weiter unten: so etwa Frankreich auf Platz 44, Italien auf 49, Rumänien auf 52 und Griechenland sowie Bulgarien - gemeinsam mit Benin, Kenia und den Komoren - auf Rang 70.

Sie schnitten damit deutlich schlechter ab als beispielsweise Namibia (21) oder Ghana (26). Als einziges nicht-europäisches Land findet sich Neuseeland in den Top Ten wieder. Es liegt hinter Österreich und vor Estland auf Platz acht. Die USA landeten auf Rang 20. Der aktuelle Index wurde am Dienstag am Sitz der Vereinten Nationen in New York vorgestellt.

“Kampf gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit“

Die Verteidigung der Pressefreiheit sei weiterhin ein Kampf - “ein Kampf der Wachsamkeit in den Demokratien des alten Europas und ein Kampf gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit in den totalitären Regimen“ weltweit, erklärte der Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, Jean-François Julliard. Das Schicksal von Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Bloggern, die mutig das Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigten, sei die stete Sorge der Organisation.

Julliard rief in diesem Zusammenhang China dazu auf, den mit dem Friedensnobelpreis geehrten Bürgerrechtler Liu Xiaobao aus der Haft zu entlassen. Zu den Schlusslichtern unter den 178 Staaten zählen neben den kommunistischen Staaten China (171) und Nordkorea (177) auch der Sudan (172), Syrien (173), Birma (174), der Iran (175) und Turkmenistan (176). Eritrea landete zum vierten Mal in Folge auf dem letzten Platz. Es werde immer schwieriger zu sagen, wo die Lage für die Pressefreiheit am schlimmsten sei, erklärte Reporter ohne Grenzen.

dapd

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