+
Die künstlerische Darstellung zeigt eine Ariane-6-Rakete. Sie soll die Vormachtstallung für den Satellitentransport in den Weltraum sichern. Foto: ESA/dpa

Ariane-6 für europäische Raumfahrt?

Europa entscheidet über neue Trägerrakete

Luxemburg - Wird es eine Ariane-6-Rakete für die europäische Raumfahrt geben? Europas Raumfahrt soll mit einer neuen Trägerrakete die Zukunft meistern.

Darüber wollten die europäischen Raumfahrtminister am Dienstag in Luxemburg entscheiden. Den umfassenden Vorschlag dazu hatte die europäischen Weltraumorganisation (Esa) den Ministern auf den Tisch gelegt. Er sieht vor, bis zum Jahr 2020 eine flexibler einsetzbare, kostengünstige und damit wettbewerbsfähigere Ariane-6-Rakete zu entwickeln. Mit bewährte Technologie könnte so ein eigenständiger, verlässlicher und erschwinglicher Zugang zum Weltraum gesichert werden. Noch am Dienstag wollten die Minister entscheiden.

Zwar ist die bisherige Ariane-5 ein zuverlässiger Weltmarktführer für Satellitenstarts. Den Europäern droht jedoch zunehmend Konkurrenz von anderen Anbietern, vor allem aus den USA. Und die Nachfrage der Kunden für Satellitentransporte verändert sich. Die Ariane-6-Rakete soll mittlere und große Satelliten befördern, die weiterentwickelte Vega-Rakete kleinere Satelliten. Für das Entwicklungsprogramm müssten die 20 Esa-Mitgliedsländer und Kanada 3,8 Milliarden Euro aufbringen.

Bei dem ehrgeizigen Zukunftsplan, der finanziell gesichert werden muss und dann 2016 überprüft werden soll, geht es vor allem auch darum, Mitbewerber im lukrativen Geschäft des Satellitentransportes abzuwehren. So scheint der Start des Low-cost-Anbieters SpaceX des amerikanischen Milliardärs Elon Musk den Entscheidungsprozess der Europäer noch beschleunigt zu haben. Lange hatten Deutschland und Frankreich gestritten, wie die Raketenentwicklung weitergehen solle.

Vorgesehen ist der Bau einer kleineren und weit kostengünstigeren Trägerrakete als die Ariane-5: programmiert in zwei Versionen, also eine kleinere Ariane-62 mit zwei Starttriebwerken und eine größere Ariane-64 mit vier Boostern zum Transport von je zwei Satelliten.

Die Airbus Group und der französische Triebwerkshersteller Safran planen ein gemeinsames Raumfahrt-Unternehmen, um beim Raketenbau die Kräfte im Wettbewerb mit der Konkurrenz in den USA zu bündeln. Für die neue Ariane-6 soll außerdem auch eine neue Startrampe auf dem Weltraumbahnhof von Kourou in Französisch-Guayana gebaut werden.

dpa

Esa

Arianespace

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kinderwunsch? Arzt half wohl mit seinem Sperma
Ein Reproduktionsmediziner in den Niederlanden hat seinen Beruf scheinbar etwas zu ernst genommen. Der Arzt soll mit eigenem Sperma mindesten 19 Kinder gezeugt haben. 
Kinderwunsch? Arzt half wohl mit seinem Sperma
Lotto am Mittwoch: Das sind die Gewinnzahlen
Saarbrücken - Jeden Mittwoch warten die Spieler auf das Ergebnis der Ziehung. Hier sind die Lottozahlen vom 25. Mai 2017.
Lotto am Mittwoch: Das sind die Gewinnzahlen
Mann schlägt Spinne tot - plötzlich steht die Polizei vor der Tür
Bei der Jagd auf eine Spinne hat ein Mann am Mittwoch die Polizei in Essen in Alarmbereitschaft versetzt. Mehrere Beamte riegelten den vermeintlichen Tatort ab, bis sich …
Mann schlägt Spinne tot - plötzlich steht die Polizei vor der Tür
Darum ist die Mars-Sonde "Schiaparelli" abgestürzt
Darmstadt - Die Mars-Sonde "Schiaparelli" ist im vergangenen Oktober abgestürzt. Die erste kontrollierte Landung auf dem Nachbarplaneten Geschichte. Nun scheint der …
Darum ist die Mars-Sonde "Schiaparelli" abgestürzt

Kommentare